Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

lieber den gegenwärtigen Zustand des CriminatrechtS Nr.
3) Namentlich, wo man dem arbitrium ^väieis ver-
trauen will, fott man innerhalb des maximum und minimum
cs ganz freilassen, und allgemeine 'Regeln ihm nicht Nu-
geben ").
4) Hinsichtlich der einzelnen strafbaren Handlungen fsü
man von der Ansicht ausgehen, daß das gemeine Gefühl
und die Wissenschaft des gemeinen RechtS Anfang und Ende
bestimmt haben. Jedoch soll man
a) bei den einzelnen Verbrechen beiläufig angeben, cho
die Handlung höchstens nur polizeilich rügbar bleibt, waS
bei jeder Delietsgattung wird angezeigt werden können,
z. B. bei den Gewaltthätigkeiten in Hinsicht auf einen Auf-
lauf, der nach Absicht und Folge ungefährlich ist u s. w.;
b) im Allgemeinen aussprechen, daß, wo gegründeter
Zweifel über die criminelle Strafbarkeit sey, wo aber dit
Schändlichkeit und Gefährlichkeit der Handlung zu Tage
liege, eine polizeiliche Strafe jedoch nach einem festgesetzte»
maximum stattfinden dürfe. So wird man dann ein eigenes
Polizeigesetzbuch vielleicht ganz entbehren können;
6) Das getreueste Studium des bestehenden Rechts und
die Absicht, im Einzelnen zu verbessern, und die Möglichkeit
fortgehender Verbesserungen recht offen zü halten, feyen die
Zwecke jedes patriotischen Mannes, der mit Gesetzgebung
zu rhun har. Die umgekehrte Ansicht des größten TheileS
der juristischen Praktiker, in einem Werke alle Weisheit
niederzulegen, und so auf Lies eine Werk zu verweisen,
wäre die Quelle einer großen Verwirrung, wenn Nicht
glücklicherweise die Natur der Dinge dennoch die Oberge-
walt über die falsche Ansicht dadurch behalten würde, daß
bedeutende Abänderungen vom herkömmlichen Recht nicht
möglich sink. Keineswegs aber wollen wir die Bestrebung
tadeln, zweckmäßige Andeutungen alS Instruetionen an die
Gerichte und als nützliches Werk für jeden gebildeten Mann
im Wege der Gesetzgebung ausgehen zu lassen. Dabei wird

73) Ja ich glaube/ daß die Maxime des Gsnner'fche» Ent'
Wurfes nur die Art der Strafe zu nennen, die Quantität
aber der freien Ausmessung des Richters z« überlasst», die
beste ist.
Zeitschrift. Bd. II. Heft 2. t9

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer