Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

*88 Hel« den gegenwärtigen Zustand des CriminalrechtS re.
voihwendig sic für die Praxis sind/ im Feuerbach'schen
Lehrbuche ganz verlassen/ und in der Thar ist auch in andern
Lehrbüchern hier noch wenig geschehe«/ sondern höchstens
die Sache angedeutet. Nach unsrer Ansicht muß die Grenze
der criminell und coreetionell strafbaren Handlungen in eon-
vreto, d. h. bei jeder Delictsgattung/ angegeben 69)/ und
außerdem die eigene Wirksamkeit der Polizeibehörde im
Allgemeinen bezeichnet und hinsichtlich der Bestrafung rein
in das «rbltrium so gegeben werden/ daß formell der Höhe-
punkt der Bestrafung angezeigt wzrd 70).
E.
WaS nun den Einfluß der Wissenschaft und namentlich
deS Feuerbach'schen Systems auf die Gesetzgebung be-
trifft/ so ist das positive System im Cr im in alp roz esse
noch am wenigsten erschüttert/ denn sowohl die Lehrbücher
als die neueren Gesetzgebungen haben hier am Herkömm-
lichen gehalten/ Prinzip und Formen des Inquisitionsver-
sahrens beibehalten. Die Criminalrechtstheorieen hatten
kein Feld des unmittelbaren Einflusses/ und am Ende dreht
sich in dieser reinpraktifchen Sphäre des Strafrechts Alles
vm den BeweiS/ wie wir früher ausgeführt haben. Nur
daS ist im Feuerbach'schen Lehrbuche merkwürdig/ daß
es ganz besonders den Indieienbeweis zu construiren und
auf logische Regeln hinzuführen suchte/ wobei aber am
Ende nichts herauskommen würde/ als das bishierher ziemlich
allgemein verworfene und dann unter einem andern Namen
eingeführte System der außerordentlichen Strafe.
Anders stellt sich die Sache in Beziehung auf das Straf-
recht tm engern Sinne. Hier hat Feuerbach sein System
praktisch gemacht im baierischen Gesetzbuche/ und dabei.

69) Wenn der bairische Entwurf eines Polizeigesetzbuches sich
ganz an da- Crimittalgefetzbuch anfchließk/ so ist insoweit
etwas Wahres, aber unrichtig war der Gedanke / auf diese
Weife eine Reihe indifferenter Handlungen zu strafbaren zu
machen.
70) Z. B. nicht über 2-- 2 Monate Gefättgttiß, nicht über 60
Tblr. Geldstrafe.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer