Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

878 tteber den gegenwärtigen Anstand des CriminalrechtS re.
Worte schon hell und klar der Gedanke liegt, für welche die
Bezeichnung dienen soll.
Dieser Punkt leim «n6 gelegentlich noch auf eine
andere Betrachtung hin, nämlich auf
2.
animi impetus UNd culpa.
Uns scheint in neuester Zeit auch in diesem Punkte eine
übersubtile Begriffsbestimmung und Eintheilung stattgefundcn
zu haben. Die Rücksicht auf den anirni iwpetus in philo-
sophischer Hinsicht gehört schon der griechischen und römischen
Schule, aber juristische Bedeutung erhielt die Sache erst in
jener Zeit, wo die leges judiciorum publicorum nur noch
die Grundlage zu dem in wissenschaftlicher Freiheit und Fein-
heit hervorgebildeten römischen Strafrechte gaben. Wenn
in dieser Zeit die Gerichtsordnung und zugleich die Kunst
der Praxis nicht günstig beiwirkten, und namentlich dem
Richter ein großer Spielraum gegeben war, so war es dop-
pelt bedeutend, daß die Anweisungen der Gelehrten einen
guten Weg zeigten. Dahin gehört nun die so berühmte und
mit Recht hochgeschätzte
I. 11. D. de poenis 48. 19.
Perspiciendum est judicanti, ne quid aut durius aut re-
missius constituatur, quam causa deposcit, nec enim
ant severitatis aut clementiae gloria affectanda est: sed
perpenso judicio, prout quaeque res expostulat, statuen-
dam est. Plane in levioribus causis proniores ad leni-
tatem judices esse debent: in gravioribus poenis seve-
ritatem Legum cum aliquo temperamento benignitatis
subsequi .... Delinquitur autem ant proposito, aut
impetu aut casu. Proposito delinquunt latrones, qui fac-
tionem (Complott) habent. Impetu autem, cum per
ebrietatem ad manus aut ad ferrum venitur. Casu vero,
cum in venando telum in feram missum, hominem in-
terfecit.
AuS dem Pandeeten-Titel, in welchem diese Stelle steht,
erkennt man bald, daß in der letzten Zeit der römischen
Staatsordnung, wo den Criminalrichtern oder praesides
außer den alten leges und resp., deren Interpretation viele

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