Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

tUbcr den Geiß des deutschen CriminalproztffeS tu 825
entweder unzweckmäßig ist/ oder ganz -urchgeführr werden
muß. Wir weisen sicherlich dieser ganzen Lehre von -er ei-
genen Art und Weise der Gerichtsöffentlichkeit ihre rechte
Stelle an, wenn wir sie in das Gebiet des historisch .poli-
tischen Elements eines Volkes versetzen, und verlangen, -aß
Alles nach dem Herkommen und nach den übrigen Einrich-
tungen der Nation in diesem Punkte entschieden werde. So
zeigt sich dann, daß ohne Oeffentlichkeit keine Gerechtigkeit
ist, daß die Art und Weise aber, wie die Verhandlungen
und die Entscheidungen des Gerichts zur Oeffentlichkeit
kommen, unmöglich das Wesender Gerechtigkeitspflege be-
stimmen können, die vielmehr richtiger von der entsprechen-
den Entscheidung der großen Frage über Beweis abhängt,
wohin dann auch der Punkt über die Geschwornengerichte
eingreift, welcher bekanntlich wesentlicher mit den Grund-
sätzen über Beweis aus dem historischen und politischen
Standpunkt, wie mit dieser oder jener Ansicht über diePu-
blicität der Verhandlung zusammenhängt. Geschworne könn-
ten ebenso die Verhandlung bei geschlossenen Thüren hören,
als sie im Geheimen berathen und abstimmen, auch die
Gründe der Entscheidung i» petto behalten.
32.
Von dem fiskalischen Prozeß und von den Procuratoren.
Dieser Prozeß hat die Idee zur Grundlage, die Unter-
suchungs- und Anklagemaxime miteinander zu verbinden.
Daß dies in der Art, daß das Princip der einen und an-
dern Maxime erhalten werde, unmöglich ist, liegt auf offe-
ner Hand. Der Untersuchungsprozeß muß offenbar voraus-
gehen, und die Anklage hat dann nur eine formelle Bedeu-
tung , denn der Sache nach steht sie nicht anders, als die
Speeialinquisition. Im Civilprozcsse ist die Abtheilung des
Prozesses in zwei Acte höchst natürlich, denn sie beruht auf
der Trennung der Rechtsverhandlung von der Beweisfüh-
rung. Diese Trennung läßt sich auf den Criminalprozeß
nur dann anwenden, wenn man alles Verfahren von AmtS-
wegen aufgibt. Sowie aber mit oder ohne Anregung einetz
Andern der Beamte das Verfahren eröffnet, so muß ZlM
Roßhirt, Zeitschrift. Bd.II. Heft s. 1Ü

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