Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

des Grofiherzogthums Sachsen - Weimar-Eisenach. 115
die an sich sehr beschränkt ist und nur auf Antrag des
Betheiligten erkannt werden kann; betheiligt ist der/ welcher
die Unmündigen Portion bekommen hätte, wenn dieser beim
Tode des Erblassers gar nicht da gewesen wäre. Der tutor
und curator kann für seinen Pflegebefohlenen antreten. Auf
den Antrag der bctheiligten Personen kann der Richter er-
kennen, daß der Erbe innerhalb 0 Monate bei Verlust seines
Erbrechts sich erklären müsse. Wenn der Eingesetzte den
Testator überlebt hat, so ist sein Transmissionsrecht allge-
mein gesetzlich. Endlich ist auch das Prozessualische
des Erbrechts theils hinsichtlich des Fundaments und Be-
weises, theilö hinsichtlich der Leistungen desjenigen, welcher
die Erbschaft herauögeben muß, neu regulirt. Da6 bene-
ficium inventarii ist erweitert, denn es bedarf der Erbe ein
für sich gemachtes, also unförmlich gemachtes Inventar nur
eidlich zu bestätigen, um von aller Haftung mit seinem Ver-
mögen frei zu werden.
Wir zweifeln nicht, daß dieser neue Versuch der Gesetz-
gebung in der Praxis sich ziemlich gut bewähren werde,
bedauern aber, daß der ParticularismuS des deutschen
RechtS fortwirkt, waS wohl die Theorie und Wissenschaft
nicht beeinträchtigt, aber doch unmöglich macht, daß dieselbe
vermittelst einer durch ganz Deutschland gehenden reichen
Praxis unterstützt werde, und so möchte eS selbst kommen,
daß in der letzteren Hinsicht, nämlich in Beziehung auf eine
die Wissenschaft unterstützende und fördernde Praxis, der
Zustand von Deutschland immerhin besser war, wie man sich
fester an daS römische Recht als gemeines deutsches Recht
hielt.

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