Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

S8 Sind Rechte nach den Begriffen der Römer
aushelfen müssen, die Wirkung der in Jure Cessio aber
durch sie nicht ausgeschlossen werden konnte. Anders war
eö bei dem ex testamento Ireres, dessen Rücktritt, strenge
genommen, die Jnteftaterbfolge nach Civilrecht eröffnet haben
würde, gerade so, wie die cessitia Tutela in dem Falle einer
weiteren in Jure Cessio an den legitimus tutor zurückfiel.
Bei der letzteren mochte nun die Beibehaltung dieser Conse-
quenz von Nützen seyn, da die Tutela in dem späteren Recht
in den meisten Fällen als ein onus erschien, zu dessen Ab-
wälzung gerade die in Jure Cessio sich als geeignet erwies.
Dem TeftamentSerben dagegen genügte, um sich von der ihm
zugedachten Erbschaft auszuschließen, wenn er cum cretione
mit eventueller Enterbung eingesetzt war, die einfache Unter-
lassung, sonst aber eine jede auch noch so formlose contraria
destinatio. Gajus II. 164 —169. Daß derselbe also
gerade dies, wozu er durch einfachere Mittel unmittelbar
gelangen konnte, bei der Förmlichkeit der in jure cessio
auf indirektem Wege bezweckt haben sollte, war mit Grunde
nicht voranSzusetzen, vielmehr ließ bei ihm natürlicher Weise
sich keine andere Absicht als die der wirklichen Zuwendung
an den Cessionar denken. Da nun diese aber dem Wesen
der Cessionshandlung zufolge verfehlt werden, und nur für
ihn der Verlust der Erbschaft daraus hervorgchen mußte'
so rechtfertigte sich, eine Handlung als ungeschehen zu be.
trachten, die zu ihrer eigenen unzweifelhaften Bestimmung
in Widerspruch stand.
Allein ein solches Berücksichtigen der Absicht des San-
delnden konnte den römischen Juristen bei dem vorherrschen-
den Bestreben nach möglichst objektiver Motivirung nur da
als zulässig erscheinen, wo in der Handlung selbst die Wil-
lenSmeinung sich mit völliger Gewißheit zu erkennen gab.
Umgekehrt führte dies Bestreben dahin, nach dem Antritt
die in Jure Cessio, so weit als irgend möglich und selbst
auf die Gefahr hin, daß der Cedent einen nicht gewollten
Nachtheil dadurch erleide, zu handhaben. Denn es blieb
mindestens dahin gestellt, und wäre nur auS dem besonderen
Falle zu beurtheilen gewesen, ob das praktische Interesse
beim Untergang der Erbschaftsforderungen und den fort-
dauernden Verpfiichtungcn eines Erben dem Cedenten eine

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer