Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

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Gibt es noch stricti juris Obligationen re.
Vielmehr wollen wir nunmehr untersuchen, auf welche
Weise, abgesehen von dem Prozessualischen, das officium
jndicis in den b. f. actionibus sich äußert; wir führen an:
1) die Freiheit in der Interpretation 36);
2) die Bestimmung des Objekts, theilS in der Haupt-
sache, theilS in den Nebensachen an sich sowohl, wie hin-
sichtlich der Mittel der aestimatio.
$. 6.
I Bei der aestimatio der Hauptsache kömmt, wie bet
jeder Taxation, zunächst Alles auf Zeit und Ort an.
l) Die Zeit ist bei den b. f. judiciis die des Unheils 3’)/
bei den stricti juris actionibus aber die der litis contestatio.
Jedoch muß auch bei den letztem die Verbesserung ange-
schlagen werden, welche von der Litis-Comestation bis zur
Condemnation der Sache zugeht 38), und insoferne konnte
man allgemein sagen, condemnationis tempus spectandum 39).
Conftquent mußte auch angenommen werden, daß die Stei-
gerung des Werthö der Sache bis zur Condemnation dem
Kläger zu gute kömmt40). Ist ein Erfüllungstag festgesetzt
worden, so wird schon von diesem an der Werth der Sache
berechnet").
36) Man sehe L. 99. D. 45, 1., ^vergleiche auch Cujaeius i»
observ. lib. 27 obs. 23. tom. IV, pag. 774.
37) Der beste Grund dafür findet sich bei Keller von der LitiS-
Contestation S. 185. „ Weil der Judex nach seinem aus-
gedehnteren Officium Befugniß und Pflicht hatte, auch auf
die nach der Litis -Contestation eingetretenen Thatsachen
Rückficht zu nehmen."
38) Zimmern §. 122.
39) li. 3. v. 13, 3. (eine oft mißverstandene Stelle).
40) Heidesb. Jahrbücher 1821 S. 58.
41) Hieraus erklärt sich der Satz: fur semper meram facere
videtur. Bei der lex aquilia ist speciell bestimmt, wie weit
man zurückrechnen darf. L. 3. f. v. eit. L. 8. §. l. V 13,1.
L. 3. §. 3. 4. I/. 21. §. 3. D. 19, 1. Die Begünstigung des
b. f. possessor bei dem zufälligen Untergang der Sache ge-
hört eigentlich nicht hieher. I*. 40. pr. D. de h. p. (5. 1.)

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