Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

IV

oder Anmaßung herrscht. Unbezweifelt gibt oder gab
es in Deutschland in der Behandlung der Rechtswissen-
schaft eine Art Pseudo-Aristokraten/ die, wenn auch
nicht ahnenalt, doch ahnenstolz genug, von demjenigen,
was nicht von Leuten ihrer Verbindung geschrieben ist,
keine Notiz nehmen, die aber leider die Talion darin
erfahren, daß die Welt, weniger als billig ist, von ihnen
Notiz nimmt. Dies kömmt besonders da vor, wo man
Alles in die Anwendung einer gewissen Methode setzen
will, z. V. in bekannten Abhandlungen über die Anwen-
dung der historischen Methode auf andere Rechtstheile
als das Civilrecht, z. B. Kriminalrecht.
Wir haben in Hinsicht auf den Punkt der Methode
in dieser Zeitschrift gerade den entgegengesetzten Weg
einschlagen wollen, d. y. in einzelnen Abhandlungen über
bestimmte Rechtsfragen, und demnach nicht durch eine
pomphafte Beurtheilung aller Zeiten und Gelehrten,
als vielmehr durch Proben unserer schwachen Kräfte in
einzelnen Lehren zu zeigen, ob wir wissen, was Methode
ist. Der Zweck unserer Arbeiten geht nicht einseitig
dahin, die Ueberreste der Vergangenheit wohlgefällig zu
beschauen, obgleich wir wünschen, in der praktischen
Tendenz unserer Wirksamkeit zu den historischen Juristen
gerechnet zu werden, indem wir durchaus jenen gegenüber
stehen, die aus Mißverständniß aller Rechtsentwicklung
auf einmal ihr Vernunftrecht in das Leben übertragen
wollen, die aber, wie der Gott der Zeit, ihre eigenen

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