Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

die Specialität der Pfandrechte in den neuen Gesetzgebungen. 51
gängern zu vergleichen. Die kurzen Resultate sind in beson-
derer Richtung auf den Zweck dieser Abhandlung folgender
Von ihren deutschen Schwestern/ der österreichischen und
preußischen Psandrechtsordnung, weicht die baierische haupt-
sächlich darin ab:
») daß das baierische Buch blos ein Hypothekenbuch seyn
soll/ in Preußen und Oesterreich aber das Grund- und
Hypothekenbuch für die gehörige Begründung aller dinglichen
Rechte/ wenn auch vielleicht noch nicht systematisch genug,
in Anspruch genommen wird;
b) daß in Preußen und Oesterreich der Mangel der
Generalhypothek dadurch weniger fühlbar ist/ weil durch die
symbolische Tradition die meisten Theile des Vermögens, die
keinen eigentlichen Besitz darbieten, einzeln wenigstens in den
Pfandnexus kommen können, wodurch die Sicherheit des
Realkredits objektiv erweitert wird. Der baierische Gesetz-
geber wollte hier in die Prinzipien der übrigen Theile des
Civilrechts nicht eingreifen, hat aber seiner Pfandrechts-
ordnung dadurch Schaden gethan;
<0 daß dagegen in Baiern ein gesetzliches Generalpfand-
recht an den Immobilien bestimmter angenommen ist, und
auch die Abtheilung des Immobiliar- und andern Ver-
mögens bei einem Concurse aller Gläubiger besser hervortritt;
6) daß dagegen wieder in der baierische» Prioritäts-
ordnung der Wille des Legislators zu viel Gewalt angethan
hat dem freien Spielräume des Willens der Partheien, welches
wir im Civilrecht am allerwenigsten gutheißen können.
Gegen das französische Recht stehen die neuern deutschen
Einrichtungen überhaupt im Siege, und besonders
1) durch die bessere Einrichtung des Hypothekenbuchs,
wenn auch das baierische Hypothekenbuch in der beschränkten
Tendenz mit dem französischen übereinstimmt;
2) durch die Abschaffung der gesetzlich heimlichen Hypo-
theken ;
3) durch die Beibehaltung des allgemeinen Concurs-
prinzips, ohne daß der Theilung des Vermögens in das

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