Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

46 Uebcr das General - und Specialpfandrecht der Römer und über
daß weder überhaupt ein Dritter/ noch insbesondere ein sol-
cher Gläubiger, der sich durch die Publicität gesichert hat,
leidet? Doch nunmehr zu den andern neueren Gesetzgebungen.
§. 9.
Von jeher konnte es dem praktischen Verstände nicht
entgehen, daß das römische Pfandsystem auf einem durchaus
verschiedenen Prinzipe sich entwickelt hat, nämlich in Italien
auf dem Grundsätze deö Besitzes der verpfändeten Sache,
außer Italien und namentlich in den orientalischen Provinzen
auf dem Grundsätze der vertragsmäßigen Anweisung (Hypo-
thek). Jedes dieser beiden Systeme hatte seinen eigenen
Umfang, das erstere ging so weit, als Besitz am Pfandobjekte
denkbar war, das andere auf Alles, was Gegenstand des
Verkehrs und des WerthcS ist. Beide vereinigten sich in
Hinsicht auf die juristischen Folgen, d. i. der Dinglichkeit
des Rechts, aber gewiß nicht mit gutem Grund, denn wenn
auch der Besitz in den Händen des Pfandgläubigers dessen
Recht hinlänglich Allen bekannt macht, so muß man in
Beziehung auf die Hypothek mit Hugob4) sagen; Die Ent-
stehung dieses RechtS in seiner ganzen Strenge durch eine
heimliche Handlung, oder wohl gar, ohne daß die Parthcien
selbst darum wissen, ist etwas Fürchterliches. Daher hat der
gesunde Verstand der Franzosen bei den beweglichen Sachen
von jeher den Gedanken geltend gemacht: Meubie n’a point
de suite par hypotheque, d. h. an einer beweglichen Sache
kann kein Pfandrecht anders, als durch Uebertragung ent-
stehen. In Hinsicht auf die Immobilien aber hat im neuern
Frankreich mit Recht das System der Jnscription ebenfalls
gesiegt. Die Dinglichkeit des Rechts entsteht aus der In-
scription; die Vertragsgültigkeit aber, und das Recht, sich
an die Sache zu halten, auch das Vorzugsrecht, soferne die
Sache im Besitze des Verpfänders ist, bleibt auch ohne Jn-
scription wirksam. Man kann gegen die Erben des Schuldners
6g) Lehrbuch des Naturrechts oder civilist. Cursus IV. Bd. (IV.
Ausgabe) 8. 273. G. 379.

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