Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

44 Ucbcr das General - und Speeialpsandrecht der Römer und über
ftstigkeit erhoben, untersucht würde. So ist in der neuesten
Zeit vielfach behauvtet worden, nach dem preußischen Rechte
seyen alle generellen Hypotheken unmöglich; aber es ist dies
nur so zu verstehen, daß eine Hypothek als ein Pfandrecht
an einem unbeweglichen Gm durch Jnscription natürlich sich
nicht auf das ganze Vermögen erstrecken kann. Dagegen ist
schon oben gezeigt, daß das preußische Landrecht wirklich
General- oder Vermögenspfandrechtc annimmt. Wir wollen
deßhalb auch noch auf die Prozeßordnung I. 50. §. 33. ver-
weisen, wo den Concursgläubigern ausdrücklich kraft Gesetzes
ein allgemeines Vermögenspfandrecht mit der Concurseröff-
nung zugesichert ist, und wenn auch hier eine unrichtige
Darstellung gemacht seyn sollte, so hat doch das Generalpfand
feine ganz gute Richtung und Bedeutung in dem Rechts-
verhältnisse, welches oben aufgeführt ist. Rur so viel ist
also wahr, daß in Hinsicht auf concurrirende Rechte Dritter
die Specialität des Pfandrechts, welche durch Uebergabe
oder Jnscription begründet wird, entscheidet, der Pfand-
vertrag im Allgemeinen aber, und soferne er bloS Wirkungen
unter den Partheien erzeugen soll, auch durch Beziehung auf
das ganze Vermögen geschlossen werden kann, so wie auch
kraft des Gesetzes eine solche Verpfändung angenommen wird.
Wir wollen indeß damit nicht behaupten, daß der preußische
Gesetzgeber seines Zweckes sich hier ganz klar bewußt gewesen
sey, vielmehr glauben wir, daß er sich vom römischen Rechte
nicht losmachen konnte, so wie dieses auch im sächsischen
Rechte der Fall ist, wo zwar durch Vertrag keine General-
Pfandrechte bestellt werden können, dagegen viele gesetzliche
Generalpfandrechte aus dem römischen Rechte allerdings noch
in Anwendung sind 61). Wenn übrigens diese Gcneralpfand-
rechte im preußischen und sächsischen Rechte nicht wären,
so würde ein Rechtsunterschied wegfallen, denn man um so
61) Haubold, Lehrbuch des sächsischen PrivalrechtS 2te Ausgabe
durch Günther §§. 203 und 207. Auch sehr leichtfertig geht
hierüber weg Philipps in den Grundsätzen des deutschen
Privattechts I. Bd. S. 280.

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