Volltext: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

392 II. Noch eine Bemerkung über die Verjährung der Klagen.
und so ist diese Abhandlung hauptsächlich schätzbar wegen der
vielen kleinen Sünden/ die sie den Schriftstellern nachgewie.
fett hat / während der Verfasser natürlich auch seine Fehler
begangen und auf jeden Fall den Knoten nicht entwirrt hat.
Mühlenbruch schließt sich wieder unserer Meinung an/
und läßt sich besonders auf zwei Argumente etn / nämlich:
daß allgemeine Acusserungen über die Wirkung der exceptio
perpetua/ wie sie z. B. in I. 66. 112.1). 50. 17. Vorkommen/
nicht genug scyen/ um die Wirkung der exceptio tempo-
ris zu bestimmen — und daß der Karaetcr einer Natural-
obligation nicht durchgreifend aus einer einzigen Folge z. B.
hinsichtlich der Bestärkung durch Bürgschaft bestimmt wer-
den könne. Endlich aber beruft er sich auf die I. 23. §. 2.
I). 5. 2. woraus man klar sehen könne/ daß mit dem Un-
tergänge der Klage nicht das Recht selbst untergcgangen sey,
weil ja das Accrescenzrecht darauf Anwendung finde.
Bei dieser Gelegenheit müssen wir noch auf ein eigenes
Verhältniß hinsichtlich der Klagenverjährung aufmerksam
machen. Im uralten Rechte der Römer/ wo von der prae-
scriptio in einer ganz anderen Beziehung gehandelt wurde/
als von der speziellen Richtung einer exceptio temporis,
kam es schon vor/ daß die praescriptio nicht sowohl daö
Anbringen und die Vertheidigung des Beklagten als viel-
mehr daö Anbringen und die Sache des Klägers betraf/
und namentlich war dieses der Fall bei Obligationen/ die
fortlaufend sind / und daher Vergangenheit und Zukunft um-
fassen. Hier mußte der Kläger die bestimmte Vergangenheit
cujus rei dies fuit, als praescriptio, d. h. als Voraus-
beftimmung vor der formula, die die condemnatio enthielt/
aufstellen / wenn er sich nicht der Gefahr aussetzen wollte,
daß auch die obligatio futura prozessualisch eonsumirt werdet.
In ähnlicher Weise müssen in unfern Tagen gewisse in
der Zeit fortlaufende Foderungen in gewisser Zeit eingeklagt
werden/ und der Kläger muß die Zeit/ auf welche die Fo-
derung geht/ angeben/ damit seine Klage die gehörige fae-
tische Grundlage habe. Dieß ist namentlich oft der Fall bei
den Creditgesetzen der Studirenden. Wir nennen das Ver-

6) Gajus Lib. IV. §§♦ 130

t 32*

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