Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

H. Noch dnc Bemerkung über die Verjährung der Klagen. 391
3) Bei den alten temporarii« sey blos die Klage unter-
gegangen, und die actio temporaria der obligatio tempo-
raria wohl entgegenzusetzen: dasselbe sey nun aber für die
neue Verjährung der actiones perpetuae anzunehmen3 4 * * * 8).
Diesen drei Meinungen entgegen haben wir in unserer
früheren Abhandlung gezeigt, daß bei den alten actionibus
temporariis manchmal die actio gänzlich vernichtet war,
manchmal aber ttc obligatio als naturalis blieb, und daß dabei
Alles auf den materiellen und formellen Grund der Einfüh-
rung der Klage ankam, als Regel aber allerdings das Prin-
cip galt, die naturali« obligatio sey nicht als in judicium
tranöfcrirt anzusehen, von welchem Grundsätze folglich auf
unsere Streitfrage die rechte Anwendung wird gemacht wer-
den müssen. , ^ ...
Herr i>r. Büchel H gehört nun zu dentemgen, welche
wieder die erste Ansicht ergriffen haben; vorzüglich aber führt
er den kleinen Krieg und sucht die einzelnen Argumente sei-
ner Gegner zu wiederlegen / worin er sehr glücklich und ge-
schickt verfährt. Rur hat er Manches einseitig aufgefaßG
z. B. die Behauptung/ daß dasjenige Recht/ welches als
Klage verfolgt werden könne , als Einrede nicht Vorkommen
könne/ sondern in dieser Richtung mehr ein Läugnen deS
Klagegrunds des Gegners enthalte3): ferner die Behauptung/
daß aus der Verjährung bei den dinglichen Rechtsverhältnis-
sen gar kein Schluß und keine Analogie auf die Forderungs-
klagen zulässig sey; ferner ist der Versuch der Erklärung
des Verhältnisses/ wornach die Pfandklage noch fortdauerc,
wenn das Hauptrecht durch Verjährung wirklich untergegan-
gen sey / zwar scharfsinnig/ aber gewiß unnatürlich und mehr
als Conjectur; auch gilt von dem selbstständigen Constitut kein
Argument ans das durchaus accesso rische Pfandrecht:
3) Franke Abhandlungen Nr. 2. S. 78.
4) Wir wollen keineswegs durch die nachstehenden Zeilen diese
Schrift genau würdigen, und berühren nicht einmal die
Hauptparthei oder die exegetische, glauben aber doch die
allgemeine Richtung derselben bezeichnen zu können und
müssen.
8) Man denke nur an die actio redhibitoria; im klebrigen hat
Büchel darin Recht, daß Vieles als exceptio aufgefaßt
wird, was als bloft sointio den Eceptionsstandpunet nicht hat.

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