Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

I. Bemerkungen zu meinem Buche über das Erbrecht. 3*9
am allerwenigsten kann daraus die entgegengesetzte Sucres-
ston in Stammportionen abgeleitet werden; und in der Thak
ist die Baumeister'sche Ansicht nichts als die Ansicht von
der Stammsucccfsion/ und der Schrader'schen liegt diese
Ansicht wenigstens zum Grunde.
b) Am meisten durfte uns auch hier das historische Vcr-
hältniß aufklären. Nach einer Verordnung vom Jahre 389/
1. 4. ( VhI. theod. de legitimis heredit. 5. 1.
I. 9. Ood. just, de suis et legitimis liberis. 6. 55.
war das Verhältniß der Succession in das Vermögen der
Mutter und Großmutter ganz eigenthümlich: Die Enkel
und Enkelinnen einer Frau sollten nämlich ihren Onkeln
und Tauten also den liberis primi gradus ein Drittel
ihres Erbvermögens zum Voraus lassen: in unserem Falle
also bekonimen A und B 20/000 + 3333 fl. 20 kr. j. 3333 fl.
20 kr. / im Ganzen jeder 13/333 fl. 20 kr. und der C er-
hält nur 6666 fl. 4o kr. und ebensoviel erhalten D/ E/ F.
Bei einer solchen Lage der Dinge wurden die Kaiser in Be-
ziehung auf die Bestimmung des TheilS für den Nießbrauch
des Vaters sehr genirt/ da hier weder Viril- noch StammS-
suceession stattfand. Wahrscheinlich wollten sie auch die oh-
nehin schon gravirten Enkel und Enkelinnen nicht weiter
drücken/ und so kamen sie auf den Gedanken/ daß es das
Einfachste sey/ dem Vater eine Virilportion unter allen Um-
ständen vorneweg nehmen zu lasse» / vorbehältlich der all-
gemeinen Successionsrechle in diesen Theil quoad proprie-
tatem. Unsere Verordnung über den Nießbrauch deö Va-
ters ist vom Jahre 426 — also nicht lange nach der oben
erwähnten Verordnung erlassen/ die übrigens bis auf die
Antheilnahme der Agnate»/ welche schon 528 aufgehoben
wurde / gültig blieb bis zum Nov. 18 (nicht 118).
Mein Erbrecht S. 96. und Note 26.
«) Das mathematische Element/ in so ferne eö mehr ist/
alS allgemeine Conftquenz (in wie weit man den römischen
Juristen immer mathematisches Talent zugeschrieben hat) —
in so fern es also auf einer feinen Technik und algebraischen
Formeln beruht/ findet sich nicht im römischen Rechte / am
allerwenigsten in der Constitutionenjuriöprudenz/ und daher
wäre eö unrecht/ dasselbe hineinzutragen/ oder klare Wort?

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