Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

388 I. Bemerkungen zu meinem Buche über das Erbrecht.
Enkeln aber theilt er so , daß er von jeder Siammöportion
einen Kopftheil nimmt. Z. B.
Die Mutter Y hätte von ihrem Manne (dem Vater) X
zwei Söhne, A, B; von einem früher verstorbenen Sohne
einen Enkel, C, und von einem vierten , ebenfalls früher
verstorbenen Sohne drei Enkel, D, E, F.
40/000 fi. betrage daö mütterliche Vermögen. Hier be-
kommt der Vater von A und B als der dritte Mann zum
Nießbrauche 20/00,^.. twm von dem Enkel C als der zweite
Mann den Nießbrauch von ",000/2, endlich von v. E, F
als der vierte Mann den Nießbrauch von 10,0ül'/4, zusammen
den Nießbrauch von 14,166 fl. 20 kr.
Die Baumeifter'sche Meinung dagegen lautet so: Um
die portio virilis zu berechnen, zählt man alle emancipirten
Söhne und diejenigen Enkelstämme zusammen, in denen
sich emancipirle Enkel befinden; diese Zahl um Eins ver-
mehrt, gibt die dem Vater gebührende Quote, und nach
Abzug derselben wird die Masse, wie gewöhnlich, unter die
Stämme vertheilt. Wir übergehen dabei das unnatürliche
Verhältniß, wornach für den Fall, wo, wenn neben den
emancipirten Enkeln nicht emancipirte vorhanden find , der
Vater, weil von der ganzen Stammsporrion die Abzugs-
quote erhoben wird, für die letzter« Enkel selbst mit coucurri-
ren muß, und in so ferne weniger erhält. DaS Unnatürliche
dieses Verhältnisses hat Baumeister selbst S. 68 darge-
stellt. Baumeifter'6 Anstcht auf unfern Fall angcwendet,
führt zu keinem andern Resultate, als darauf , daß, wenn
alle Descendente» emancipirt sind , der Barer an einer für
ihn zu bildenden Stammsportion den Nießbrauch erhält, also
an 8000 fl.
Nunmehr wollen wir kurz die Gründe zusammenstellen,
aus welchen wir glauben, daß unter allen Verhältnissen der
Vater den Nießbrauch an einem Kopftheile, also in unserem
Falle von 5914 -/7 fl. haben soll. Die concreten Zahlen ha-
ben wir deßhatb gewählt, um die Verschiedenheit der Re-
sultate von 14,000 fl. bis 8,000 —- 6,000 fl. recht klar vor
sich zu haben. Nicht brauchen wir zu wiederholen
a) Daß die Worte des Gesetzes unzweideutig dieser An-
sicht huldigen, und nicht anders verstanden werden können,

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