Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

I. Bemerkungen zu meinem Buche über das Erbrecht. 383
Geschwisterkinder unter sich succediren, in capita. Wenn
nun aber der einzige mit succedircnde Bruder des Verstor-
benen nach der Delation wegfällt/ und jetzt nur Geschwister-
kinder unter sich vorhanden sind/ wird dann statt der suc-
cessio in stirpes die in capita geltend? Glück längnet
es/ wir dagegen waren anderer Meinung/ und zwar deßhalb,
weil die Miterben gegen einander erst durch den quasi con-
tractus hereditatis aditae gebunden würden/ und es da-
her in diesem Puncte ans das Moment der Adition und nicht
auf jenes der Delation ankomme (RoßHirt Erbrecht I Th.
II. Hptsiück §. 20), Allein dagegen kann man den Einwurf
machen / daß / wenn ein Miterbe angetreten hat/ und bevor
der andere sich entschied/ seinen Antheil verlangt/ dieser
ausgeantwortet werden muß/ und folglich die spätere Ent-
scheidung des anderen Erben an dem vollzogenen Rechtsver-
hälttttffe nichts mehr abändern kann. Aber diesem Einwurfe
glauben wir so begegnen zu können; Allerdings kann der
eine Miterbe seinen Antheil verlangen/ so gewiß bei Descen-
denten/ wenn der eine die Niederkunft der schwängern Wittwe
deS Verstorbenen nicht abwarten will/ dieser seinen -Theil
verlangen kann. L. 3. D. 5, 4. Allein dies ist kein Definitivum/
sondern ein Provisorium , und deßhalb werden in dem oben
angeführten Falle der Deseendenten 3 Theile für den Em-
brio zurückbchalten'). Wenn der eine Miterbe in der De-
liberation steht/ während die andern ihre Theile nehmen/ so
sind diese nicht in definitiver Ordnung/ denn so möglich es
ist / daß ihnen durch das Accrescenzrecht eine neue Sonne
aufgehe/ so möglich ist es/ daß durch das Ausschlagen
des Miterben und die Eröffnung der Erbschaft an andere/
bei denen eine andere Theilnngsart eintritt/ jenen etwaö
decrescire. Schon die natürliche Billigkeit spricht dafür/
daß/ wenn man auf der einen Seite durch das Recht ge-
winnen kann / man auch auf der andern Einiges verlieren
muß / wenn die Voraussetzungen anders fallen. Dazu kön-
nen die Erben, welche ihren Antheil schon genommen haben/
durch die actio personalis ex hereditatis aditione und

i) Wenn weniger geboren werden/ aeereftirt , wenn mehr ge-
boren werden, der re sc irr etwas. L. u. D. eod,

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