Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

380 Beitrag zur Beantwortung der Frage:
die Befugniß/ sich seiner Befriedigung halber daran zu hal-
ten/ und es im Falle der Säumigkeit des Pfandschuldners
in Erfüllung der Hauptverbindlichkeit / zur Veräusserung zu
bringen/ damit der Erlös diese Befriedigung herbeiführt.
Bis dieses geschehen ist / besteht sein Pfandrecht / das durch
keinen Vorzug beeinträchtigt werden kann. Aber eben darum
ist der nachstehende Pfandgläubiger nicht gehindert / zur Vcr-
äusseruug des Unterpfandes zu schreiten/ ein Act / der nur
dann in jeder Beziehung Rechtgültigkeit gewinnt/ wenn der
bevorzugte Pfandgläubiger auch aus dem Erlöse vorzugs-
weise befriedigt wird. Will nun der nachstehende Pfandgläu-
biger von seinem also bedingten Rechte Gebrauch machen/ und
zum Verkaufe des gemeinschaftlichen Unterpfandes schreiten/ so
macht sich der Grundsatz der relativen Rechtsgleichheit der bei-
den Pfandgläubiger geltend *5). Sowie dem n a cd st c h c u d e n
Pfandgläubiger dazu und nur dazu dasgu^ oflemuli gegen den
bevorzugten gegeben ist , um / wenn derselbe zur Veräusserung
des Unterpfandes schreiten will/ diesen V o r g a u g durch dessen
Befriedigung zu hindern^) (denn der nachstehende Pfand-

werde/ oder / ob der Pfandschuldner dagegen rechtsgültig
Einsprache rhun kann?
3Ö) — ,,Iu offerendo par est. causa“ — sagt Merlin I <
L. IV. Tit. 2. Quaest. 88.
36) Zwar sagen viele Nechtslehrek/ als: Erxlebcn I. C. §. 208.
Dabelow a. a. O. §. 309. Glück a. a. O. S. 30b.
v. Weni ng - Ingen heim a. a. D. 8. 164. Wa r ntön ig
]. c. §. 3y3. Gesterdi n g a. a. O. S. 3io. cs sey ihm auch
dazu gegeben/um das Veräusserungsrecbt zu erwerben
(weil er diese Befugniß nur dann ausübcn könne/ wenn er
durch Abfindung des bevorzugten Pfandgläubigcrö an dessen
Stelle trete/ und nun / da nur dieserveräußerndürfe/ dessen
Recht auSübe). Allein die Gesetze sagen nirgends'/ daß er das jus
offerendi dazu haben soll/ um durch dessen Ausübung ein Recht
sich anzueigncn (überhaupt ist es der Geist der Gesetze/
daß der Pfandgläubiger als solcher nicht Rechte erwerben
solle). Sie sprechen sich im Gegentheile/ davon ausgehend/
daß das Eintreten in das Rechtsverhältniß des andern
Pfandgläubigers mittelst der Ausübung des jus offerendi
bloS Mittel zum Zwecke sey/ was aus der L. 3. Cod. Si
antiq. cred. (8. 20) „Quo minus creditor, qui antea pig-
nus accepit, distrahat, non offerendo, secundus priori
debitura, interpellare non potest“ hervorleuchtet/ dahin

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