Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

die Speeialitat der Pfandrechte in den neuen Gesetzgebungen. 28
das dingliche Recht/ und wenn hierauf 50) der Käufer die
Sache zum zweitenmal verpfändet; so ist dieses in der That
das der Zeit nach zweite dingliche Recht/ welches nur etwas
zum voraus haben kann, wenn ein besonderer anderer Priori-
tätsgrund, wie die Bezahlung des Kaufpreises und folglich
die Anschaffung der Sache mit dem Gelde des Gläubigers
nachzuweisen ist. Hieraus geht hervor/ daß durch diese
Stelle keine Beschränkung der allgemeinen Regel nachzu-
weisen ist, wornach Niemand ein dingliches Recht auf einen
Andern übertragen kann/ der selbst keines an der fraglichen
Sache hat.
Zuletzt nur noch die Bemerkung, daß, so ausgedehnt eine
sogenannte Generalhppothek seyn mag, also wenn fle omni»,
quae debitor habet habiturusve est, enthält, doch im Talle
seines Todes und des Eintritts seines Erben die Sache nicht
so angesehen werden darf, daß die Sachen, quae ex bonis
defuncti non fuerunt, sondern postea ab herede ex alia causa
acquisita sunt, dem Pfandrechte unterworfen wären. Die
generalis conventio erstreckt sich also immer nur auf das
Vermögen des Contrahenten, nicht seines Erben, am wenig-
sten auf dasjenige, was der Erbe nach dem Erbschaftsantritt
ex alia causa bekömmt, wenn der Verstorbene nicht im Testa-
mente dem Erben darauf zu Gunsten seiner Gläubiger ein
Pfandrecht aufgelegt hat 5J).
§♦ 4.
Erst jetzt, nachdem die Verschiedenheit der Pfandrechte
in Hinsicht auf das Objekt derselben nach Umfang und
Rechtsfolgen gehörig bestimmt ist, kann die eigentliche Be-
deutung der Worte generaliter und specialiter obligare gehörig
untersucht werden. Es trifft sich hier, wie bei jeder Ein-
theilung in zwei Glieder, daß das eine Glied der direkte
Gegensatz des andern ist, und seyn muß. Daher kömmt es
überall nur darauf an, dasjenige Glied vorerst zu unter-

50) Post traditam possessionem (i. e. a procuratore.)
51) L. 29. pr. D. 20, 1.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer