Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

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an zukünftigen Gütern.
Specialpfand bestellt/ so würde Ulpian's Fragment un-
widerleglich beweisen / daß das zum Voraus am zukünftigen
Vermögen bestellte Pfandrecht nicht mit der Pfandbeftellung
anfange/ sondern erst mit dem Erwerbe. In so fern fällt
cS mit der? Entstehung des am fundus unter der Bedingung:
si in dominium meum pervenit (§, Sp bestellten Special-
pfandes in denselben Moment/ und davon ist dann das
gleiche Zusammentreffen beider/ des älteren Generalpfand-
gläubigers und des jüngeren SpecialpfandgläubigerS die noth-
wendige Folge.
Ob in dem vorliegenden Falle der Gläubiger nur sein
zukünftiges Vermögen verpfändet hatte/ wovon Ulpian
eigentlich nur spricht / oder das gegenwärtige mit Inbegriff
des zukünftigen Vermögens/ relevirt in der Sache nichts.
Gewiß ist/ daß der fundus mit dem verpfändeten Gelde
angeschafft worden war/ und eben so gewiß/ daß baares
Geld dem Pfandnexus unterliegt/ es mag nun bloS das ge-
genwärtige (quae habeo)/ oder bloö das zukünftige Ver-
mögen (quae habiturus sum) verpfändet ftytt (§. 6. Nr. 1.)
Auch konnte Ulpian's Entscheidungsgrund: res non suc-
cedit in locum pretii nicht anders auSfallen/ er mochte
von dieser oder von jener Voraussetzung ausgehen. Und weß-
halb sollte man nicht blos sein zukünftiges Vermögen ver-
pfänden können/ was freilich Gesterding auffallend findet/
da man ja umgekehrt blos sein gegenwärtiges Vermögen
verpfänden kann/ zumal zu Ulpian's Zeiten/ wo unter
der Verpfändung des gesammten Vermögens noch nicht still-
schweigend die bona futura mit begriffen waren / und in
so fern dem Schuldner noch immer möglich blieb/ einem
späteren Gläubiger durch Bewilligung eines Pfandrechts an
seinem künftigen Vermögen jura potiora zu ertheilen?
Ulpian läßt beide Pfandgläubiger eoncurriren/ und recht-
fertigt dies durch die Schlußworte: non enim multum fa-
cit, quod de suo numos debitor dederit, quippe cum
res, ex numis pigneratis empta, non sit pignerata ob hoc
solum, quod pecunia pignerata erat. Auch auf hie pichftge
Interpretation dieses Entscheidungsgrundes kommt eS nun
vor allen Dingen an. Gewiß ist / daß der Gemeinschuldner/
er mochte nun (was vor der Hand gleichgültig ist) beide

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