Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

SSL Ueber den Anfangspunct des Pfandrechts
thum der Sache erwirbt. Man mag also die Verpfändung einer
res aliena debita nach den Grundsätzen von der Verpfändung
eines nomen auf eine Sache beurtheilen/ oder ste als still-
schweigend bedingte Verpfändung (si debitoris facta fuerit)
auffaffen/ so kann in beiden Fälle»/ wenn gleich die Ver-
pfändung an stch und im Allgemeinen sofort gültig ist, das
Pfandrecht an der Sache doch nicht eher/ als mit dem Er-
werbe derselben anfangen.
§. io.
4. Von der Kolleetivverpfändung des zukünftigen
Vermögens.
Unläugbar bietet diese Frage die mchrsten und Haupt-
fchwierigkeiten dar/ daher hat man steh denn vorzngSweise
mit ihr schon seit den Gloffatoren beschäftigt (§. i), sehr
Vieles ist schon darüber geschrieben/ allein bis jetzt noch
keine Uebereinstimmung der Anstcht gewonnen. Um so ge-
wissenhafter muß daher die Prüfung der hieher gehörigen
Gesetzftellen ausfallen.
Die Hauptstelle ist Ulpian's bekannte L. 7. §. 1. D.
qui| potiores in pign. (20. 4) :
Si tibi quae habiturus sum, obligaverim et Titio
specialiter fundum, si in dominium meum perve-
nit, mox dominium ejus adquisiero, putat Marcel-
lus , concurrere utrumque creditorem in pignore.
Non enim multum facit, quod de suo numos debi-
tor dederit, quippe cum res, ex numis pignoratis
emta, non sit pignorata ob hoc solum, j-quudfpe-
cunia pignorata erat.
Ist man nun darin einverstanden/ und dieß dürfe wohl
keinem gegründeten Zweifel unterliegen/ daß concurrere
das gleiche Zusammentreffen beider Pfandgläubiger in dem-
selben Objecte bezeichnet, im Gegensätze des sonst üblichen:
prior est, potior est u. s. w./ so ließe stch diese schlagende
Beweisstelle nur dadurch entkräften/ daß man (was auch die
Gegner thun) voraussetzte/ das Generalpfandrecht und das
Specialpfand seyen zu derselben Zeit bestellt worden/
und,in so fern verstehe es stch von selbst/ daß Keiner den
Andern ausschließe. Geht man dagegen von der Voraus-
setzung aus/ das Generalpfand sey zuerst, und später das

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