Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

an zukünftigen Gütern. 351
rechtS den körperlichen Sachen ganz gleichstehen23); dieses
dagegen fängt nach den Gesetzen2^) erst mit der Tradition
der Sache an.
Offenbar steht nun aber der Verpfändung der Forderung
(des nomen) auf eine Sache der Fall ganz gleich/ wenn
der Verpfänder statt dessen die Sache selbst schlechtweg
(pure, simpliciter) verpfändet. Denn obschon er damit
eine res aliena verpfändet, so bedarf es doch des sonst nö-
thigen Zusatzes: si in dominium meum pervenit (§. 8)
aus dem Grunde nicht/ weil er vermöge deö ihm zuftehenden
Forderungsrechts auf sie/ wie auf fein Eigenthum/ zäh-
len kann. Es ist also der Sache nach gleichviel/ ob der Ver-
pfänder die Forderung auf die Sache, oder ob er den Ge-
genstand der Forderung (die Sache selbst) verpfändet/ und
eben so gewiß ist/ daß / wenn die Gesetze die Verpfändung
des nomen so auslegen/ als habe der Verpfänder die Sache
selbst auf den Fall ihres Erwerbs verpfändet/
und wenn sie deshalb dem Pfandgläubiger ein Pfandrecht
daran vom Augenblicke der Tradition zusprechen/ daß alsdann
auch bei Verpfändungen der Sache selbst das Pfandrecht erst
mit der Tradition anfangen kann.
Es spricht hiefür auch' noch folgender Grund: Das an
einer res aliena unter der Bedingung: si debitoris facta
fuerit ertheilte Pfandrecht fängt nicht früher gls mit dem
Erwerbe der Sache an (§. 8). Bei der Verpfändung einer
res aliena debita kann man nun aber die Bedingung l si
debitoris facta fuerit sehr wohl/ als stillschweigend
darin enthalten/ subintelligiren und in so fern beide Fälle
einander gleichftellen. Denn dem Verpfänder steht ja eine
Forderung auf die verpfändete Sache zu/ vermöge welcher
er auf Tradition derselben dringen kann. Im Uebrigen da-
gegen/ d. h. wenn Jemand schlechtweg eine res aliena
verpfändet (tz. t. Nr. 5), kann man dies nicht subintelligi-
ren/ vielmehr wird/ wie die Gesetze ausdrücklich sagen/ eine
solche Verpfändung nach der Strenge des RechtS nicht da-
durch wirksam/ daß der Verpfänder nachmals das Eigen-

23) Meine Abhandl. a. a. O. Bd. 13. 6.343 fg.
24) Anm. 22. citt.

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