Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

344 Ueber den Anfangspunkt des Pfandrechts
stimmbar stnd, indem Niemand zum Voraus wissen kann,
was er erwerben wird. In so fern würde es also selbst un-
möglich seyn, schon jetzt etwas Bestimmtes zu verpfänden.
Was ferner die Grundsätze von den Potestativbedin-
gungen betrifft, so wird Niemand läugnen können, daß
die Verpfändung einer res aliena, z. B. eines fundus, un-
ter der ausdrücklich hinzugefügten Bedingung: si in domi-
nium meum pervenit (L. 7. §, 1. D. qui potior) , oder:
si debitoris facta fuerit (L. 16. §.7. I). de pignor.)
eine Verpfändung unter einer Potestativbedingung ist, indem
das ob und das wann des Erwerbs lediglich von der Will-
kühr des Verpfänders abhängt. Eben dasselbe muß nun aber
auch von der Verpfändung des zukünftigen Vermögens behaup-
tet werden, und zwar aus folgenden Gründen: Vorerst setzt
Papinian in L. 1. pr. I). de pignor. (20. 1) die Ver-
pfändung der bona futura in Eine Kategorie mit der Ver-
pfändung einer res aliena, deAn Eigenthum der Verpfän-
der nachmals erwirbt. Und in der That verpfändet auch
derjenige, welcher sein künftiges Vermögen verpfändet, Gü-
ter, die gegenwärtig nicht ihm, sondern Anderen gehören.
Dann stimmen auch beide Fälle darin überein, daß, wie in
jenem Falle das ob und das wann, so auch in diesem Falle
das ob und das wann und das was des Erwerbs ledigtich
von der Willkühr des Verpfänders abhängt. So wie also
dort die Bedingung: si in dominium meum pervenit aus-
drücklich ausgesprochen ist, so liegt ste hier in der Verpfän-
dung. Nun haben wir aber die ausdrückliche Bestimmung,
daß, wenn der Anfangspunkt des Pfandrechts nur irgend
von der Willkühr des Verpfänders abhängt, alsdann
nicht die Zeit der Pfandbestellung entscheidet, sondern der
Anfang deS Pfandrechts in eine spätere Zeit fällt. So z. B.
fängt das zum Voraus (vor der Jllation) an den inveetis
et illatis bestellte Pfandrecht nicht früher als mit der Jlla-
tion an, weil es von der Willkühr des Verpfänders abhängt,
ob, was und wann er infcriren will. Mithin geht das
in der Zwischenzeit zwischen dem Pfandvertrage nnd der
Jllation an denselben Sachen für eine andere Forderung
bestellte Pfandrecht vor, wie Gajus in I- 11. §. 2. I). qui
pot. (20. 4) ausdrücklich bemerkt. So wie nun die Ver-

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