Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

833 Heber dm Anfangspunkt des Pfandrechts.
find / die zur Zeit der Verpfändung noch nicht im Ver-
mögen deS Schuldners fich befinden/ so erfordert cs die
Consequenz/ dieselben nach Einem Principe zu entscheiden.
Dies hat jetzt Gesterding zum Theile anerkannt; jeneö/
indem er die Verpfändung der zukünftigen Früchte
(§. 1. Nr. 2) mit Recht nach demselben Principe, wie die
Collectiv-Verpfändung deS zukünftigen Vermögens
beurtheilt3); dieses / indem er die Verpfändung einer res
aliena debita (§» 1. Nr. 4) mit Unrecht in Eine Katego-
rie mit der Verpfändung der re« aliena schlechtweg
<§. i. Nr. 5) bringt. Nach der richtigen Anficht find viel-
mehr die vier ersten Fälle nach demselben / der fünfte dage-
gen nach African's berühmter Entscheidung in L. 9. §. 3.
D. quj potiores (20. 4) nach dem entgegengesetzten^Hrin-
cipe zu entscheiden.
§. 4.
Bis auf den gegenwärtigen Augenblick find indeß unsere
Juristen über das Princip nicht einverstanden/ nach welchem
die succesfive Verpfändung zukünftiger Güter beurtheilt wer-
den soll. Einige setzen dasselbe in die Priorität der Zeit/
behaupten also/ daß der ältere Pfandglüubiger den Vorzug
vor dem jüngeren auch an den später erworbenen Gütern
habe; andere dagegen berufen fich auf die Natur der
Sache und auf die Grundsätze von den Potestanv-Be-
dingungen/ wonach die Pfandrechte der mehreren Gläu-
biger in denselben Zeitmoment fallen/ und dadurch einx Con-
currenz derselben pro rata ihrer Forderungen4) begründet
wird. Die erste Theorie vertheidigte unter den Glossaioren
schon Azo/ dem später auch die mehrften Rechtslehrer folg-
ten/ und unter diesen jetzt auch Mühlenbruch5 6 7) und
Wening-Jngenheim^). Die zweite Theorie dagegen
wurde von den übrigen Glossatoren vertheidigt/ und dieser
nahmen fich schon Anton Faber/ Hellfeld/ und Paul
v. Buysen?) gegen die herrschende ältere Theorie mit vie?

3) Gesterding §. 7.
4) L. 16. §. 8. D. de pignor. (so. i), -
5) Doctr. Pandect. §. 414. nola io.
6) Lehrbuch Bd. 2. §. 12s. Nr. 2.
7) Bei Gesterding §. 34.

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