Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

322 Beitrag zur Geschichte des germanischen Rechts.
richtet hätten. — Allein gerade das Aufhebungsprivilegium
von 1232 wiederlegt diese schon in sich selbst unhaltbare Be-
hauptung i nach welcher nirgendswo auf fränkischem Boden
Leibeigene hätten gefunden werden dürfen. Auch ist ihr der
Keurbrief nicht entgegen, wo die freien Leute den Probft-
lcuten entgegengesetzt werden: cs sind freie Leute überhaupt.
Auch werden nie die Bewohner so genannt/ das Wort übe-
rum oder Francum wird / wie wir sehen / den Schöffen/
dem Amte, dem Gerichte oder dem Lande gegeben. Die
siammändifche Zusammenstellung t'Fanä van den Vryen ist
später und heißt so viel als bet Vrye, d. h. das freie (Amt
oder Land.)
Die Erwähnung der acht Virscharen im Diplome macht
einige Schwierigkeiten; so viel Gerichtsbezirke setzen eben so
viele Schöffenftühle voraus / und doch gab es nur ein Schöf-
fengericht des Amtes? Bredius versteht darunter acht im
Gebiete desselben liegende Gutsherrschaften. Allein die Guts-
umerthanen derselben standen nicht unter dem Schöffcnlhume
des Landes / sondern unter den ihrer Herren / und konnten
gewiß nicht vom Grafen / dem sie nicht gehörten, vom Best-
haupte befreit werden. Wahrscheinlich war damals das ganze
Gebiet in acht Unterämter abgetheilt / oder hatte acht Orte/
an welchen Gerichtssitzungen (Virscharen) gehalten wur-
den^). Im Jahre 1266 wurde cs in drei vertheilt/ und
späterhin gleichfalls/ zuletzt in 3s Unterämter. Dieselben
acht Virscharen werden nochmals in einem sogleich zu nen-
nenden Diplom von 1235 abermals erwähnt.
In das Jahr 1232 gehört noch ein anderes bis jetzt von
den Schriftstellern über den Franc ganz ausser Acht gelasse-
nes Actenftück / nämlich ein Concordat des Grafen mit dem
Probste von St. Donaes über das Abzugsrecht ihrer Laoten
und ihre Gerichtsbarkeit über dieselben, wenn sie auf dem
Grundgebiete des einen oder dcö andern Verbrechen begehen
sollten.
Das Diplom wird im diplomatischen Anhänge unseres
Werkes zum ersten Male gedruckt werden: es ist sowohl seines
hohen Alterthums als seines Inhaltes wegen interessant.
20 Die oben erwähnte Urkunde von 1239 spricht von weis,
in <juibus per legem scabi 11. lih. adjudicatur.

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