Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

310 Beitrag zur Geschichte des germanischen Rechts.
lungen bei jeder Gelegenheit: wir finden in der Perzischen
Sammlung Chroniken von Artois, Flandern, Brabant und
Lüttich: sie find die Hauptquellcn der ältesten deutschen Ge-
schichte/ und welcher Germanist citirt nicht beständig Mrnei
Diplomata bellica?
In einem Hauptwerke über das Mittelalter/ nämlich in
Duc ange'6 Glossarium ist auf jeder Seite aus Urkunden
dieses Landes geschöpft/ die selbst noch jetzt nie in ihrer
wahren Gestalt der gelehrten Welt bekannt geworden find:
hätte Grimm die fiammländische Sprache gekannt/ und die
älteren belgischen Keuren/ so würde er über viele Punkte
die genügendsten Aufschlüsse habe geben können.
Seit Jahren zogen den Verfasser dieser Beiträge Belgiens
Rechtsalterthümer an: früher in Lüttich gelang eS ihm
dort mehrere RechtSguellen aufzufinden/ die früher gänzlich
unbekannt gewesen; während seines Aufenthalts in Löwen
überließ er diese Studien seinem Freunde und Collegen
Birnbaum/ welcher in der Zeitschrift für die Gesetzgebung
und Rechtswissenschaft des Auslandes Beweise seiner großen
Gelehrsamkeit in diesem Fache niedergelegt hat. Seitdem
die belgische Revolution ihn nach Flandern versetzt hat. kehrte
er zn den rechtshistorischen Forschungen mit so größerer Freude
zurück/ als eö ihm nun vergönnt war/ gerade an dem in-
teressantesten Theile der belgischen Geschichte arbeiten zu kön-
nen/ mit Hilfsmitteln/ die nie einem Historiker des Landes
zu Gebote standen, und mit einem für die Wissenschaft nicht
unwichtigen Erfolge.
ES find nun wohl 8 Jahre/ als unser unvergeßlicher
Riebuhr den Verfasser aufforderte Untersuchungen über die
fiandrifchen Städte im Mittelalter anzustellen. Er interef-
sme fich mit Wärme für den dem letzten damals wenig be-
kannten Gegenstand. Allein von Flanderns Geschichte weiß
man in Lüttich noch weniger/ alö in Deutschland: es gebrach
dort an Allem/ und ohne eine genaue Localkenntniß sollte
Niemand wagen/ über eines Landes Geschichte zu schreiben.
Im Jahre 1831, erinnerte der Verfasser fich des Wunsches
des herrlichen Freundes / und legte fich seitdem fast aus-
schließlich auf das Studium der fiandrifchen Rechtsgeschichte.
Sie soll nach deutscher Weise und für Deutschland geschrieben

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