Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

20 Ueber das General - und Specialpfandrecht der Römer und über
diesen Fall kann nicht von einem Pfandrechte der Früchte,
sondern nur von einem Pfandrechte des Gut6, auf welchem
die Früchte stehen, und von dem sie ein inregrirender Theit,
wie die Fenster an einem Hause stnd, die Rede seyn. Dieses
Alles würde man in Gemäßheit allgemeiner Rechtsansichten
vielleicht allgemein anerkannt haben, wenn man nicht die
I. 11. §. 3. I). 20, 4. mißverstanden hätte. Hier sagt näm-
lich der Jurist, die für res futurae, d. i. Früchte im Voraus
getroffene Pfandverabredung habe nur dann rechtliche Be-
deutung, wenn der Verpfänder zur Zeit dieser Verabredung
den fundus oder das jus utendi fruendi fundi wirklich gehabt
habe:
Quaeritur, an fundus vel jus utendi fruendi conven-
tionis tempore fuerit debitoris V
Es soll also die Pfandberedung über Früchte eines Grund-
stücks nicht gelten, welches der Verpfänder weder eigen
thümlich, noch im Fruchtgenusse hat, vorausgesetzt nämlich,
daß eine solche Beredung unbedingt, wie von einem Berech-
tigten geschehen wäre 38). Aus dieser ganz natürlichen
Aeußerung folgt aber nicht, daß die Verpfändung der Früchte

davon f pb das Erzeugen von Früchten eine conditio casualis
genannt werden kann, da meistens industria nörhig ist, so
kann auch zum Zwecke der Erlangung dinglicher Rechte der
Grundsatz der Retrotrahirung überhaupt nicht gelten, der
blos in Beziehung auf oMigatiom-s und nicht in Beziehung
auf jene Rechtsverhältnisse entstanden ist, wo, wenn zu der Er-
langung des spccicllen dinglichen Rechts zwar nur eine
obligatio gehört, wie bei der Hypothek, doch der Verleiher
dieses Rechts durch sein Verhältnis; zur Sache lcgitimirt
seyn muß.
38) Geschieht sie mit der ausdrücklichen Erklärung, wenn der
Verpfänder als Eigenthümer oder Nutznießer das Recht an
den Früchten erhalten werde, so ist der Vertrag gewiß eben
so gültig, wie der überhaupt über eine fremde Sache, wenn
die Bedingung ausgedrückt ist, Kl debitoris res facta fuerit
1. 16. §, 7. D. 20, 1.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer