Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

die Specialität der Pfandrechte irr den neuen Gesetzgebungen. 18
von dem Einen auf das Andere nicht geschlossen werden könne/
sondern bei jedem eine eigene Rechtsgrundlage bestehe.
Bei den Früchten scheint die Sache sehr einfach und
klar; man kann überhaupt nicht leicht Rechte an Dingen
haben/ quae 1,011 sunt in rerum natura. Es gibt zwar einen
Hoffvnngskanf/ und das Aleatorische steht demnach der Natur
des Kaufes nicht entgegen 34)/ wohl aber der Natur der
Verpfändung/ die ihrer Wesenheit nach eine Sicherstellung
durch den Werth eines bestimmten Gegenstandes seyn soll/
und die besonders durch das Hinzukommen der Natur eines
dinglichen Rechts 30 an einem Dinge nicht gedacht werden
kann/ was gar nicht existirt. Damit soll nun freilich nicht
gesagt werden/ daß man über diejenigen Dinge/ quae non-
dum sunt, futura tamen sunt 36), nicht im Voraus Pfand-
verabredungen treffen könne; aber das dingliche Recht kann
nicht eher anfangen/ als bis das corpus als selbstständiges
oder accessorischeS Rechtsobjekt existirt. In der Richtung
der Früchte als accessio muß man natürlich den Fall im Auge
haben, wo ein eigenes Pfandrecht an den Früchten behauptet
wird neben dem Pfandrechte am fundus; hier kann das Pfand-
recht an den Früchten wieder nur bedingt gelte»/ d. h. für
den Fall/ wo die Früchte gezogen werden 37)/ denn ohne

'*'0 Daraus muß die 1. 8. D. 18, 1. erklärt/ und es kann daher
nicht mit Hepp dis», ex quo tempore hypotheca bona debi-
toris afficiat pag. 167 vom Kauf auf das Pfandrecht ge-
schlossen werden.
35) Cujacius ed. Neap. IV. tom. pag. 1282
36) L. 15. pr. D. 20, 1.
>") Einige glauben/ es fey hier eine conditio tacita vorhanden/
die bekanntlich nicht als wahre conditio juristisch behandelt
wird / wie Z. B. Hepp a. a. O. auf Mudaeus UNd Donellua
lief) berufend; aber diese Behauptung ist mit Nichts bewiese»/
vielmehr ist die Sache darauf zu beschränken/ wenn die
Früchte gar nicht als eigenes Objekt/ sondern nur als pars
fumü in Betracht kommen. Man könnte etwa auch uns
entgegensetze»/ daß hier von einer conditio casuali» die Rede
fey/ wo die Retrotrahirung sich verstehe; allein abgesehen

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer