Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

14.2. Ueber das Recht des besseren Besitzes

Das Petitorium absorbirt das Possessorium. 237
2) -aß, wenn eine Sache nicht in commereio ist, also
Nicht iu patrimonio singulorum ftyN kann , tttfltt auch
eine solche Sache nicht besitzen kann. Hier ist es wieder ein
liquider Rechtssatz, der das Possessorium vernichtet.
Bei diesen Verhältnissen kann man wohl zugeben, daß
der Satz:
„petitorium liquidum absorbet possessorium“
den Practikern bei der durch das canonische Recht cingeführten
Verbindung des possessorii und petitorii als entscheidend un-
zweckmäßig erschienen ist; aber im Ganzen liegt seine Bedeutung
tiefer und geht dahin, daß überall/ wo ein Schutz in peti-
torio für ein bestimmtes Subjekt nicht möglich ist, auch der
Schutz desselben in possessorio nicht erfolgen kann und soll.
Auch mit Rücksicht auf diesen Punkt hat Papinian in
L. 49. v. 41, 2.
gesagt: Plurimum ex jure possessio mutuatur.

II.
Ueber das Recht des besseren Besitzes.

Dieser Gegenstand gehört zu den beliebtesten der neuesten
deutschen Schriftsteller über römisches Recht. Er hängt zu-
sammen mit den sogenannten bonitarischen Rechten, worüber
in der neuesten Zeit wieder zwei Schriften von Zimmern
im rheinischen Museum, III. Bd., und von Maier (gegen
Zimmern) in Savigny's Zeitschrift Vitt. Bd. erschienen
sind, ferner hängt er zusammen mit der in der neuesten Zeit
so eifrig geführten Controverse über den Eigenthums-
beweis, worin auch Tbibaut der gemeinen Meinung wieder
beigetreten ist, und endlich ist unsre Lehre von der publicia-

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