Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

lieber Testamentsexecutoren. 233
Im Allgemeinen ist für alle Arten der Testamentsexecu-
toren noch Folgendes zu bemerken:
r«. Einer Einweisung durch die Obrigkeit bedarf es nicht,
wenn nicht particularrechtliche Bestimmungen dafür da sind.
l». Alle Testamentsexecutoren haben keine richterliche
nicht einmal schiedsrichterliche Gewalt, und ihr Geschäft
besteht daher nicht in bestimmten Verhandlungen, sondern
rm allgemeinen in der Vornahme desjenigen actus, wodurch
die Pflichten ihres Standpunktes als quasi heredes, oder als
ministri, inandatarii UNd arditrstores realisikt Werden.
c. Ein extraordinäres Verfahren durch die Verweisung
auf das nobile officium judicis läßt sich nicht rechtfertigen,
noch weniger ein Eingreifen der sogenannten freiwilligen
StaatsgerichtSbarkeit, obgleich man sich zu diesem Behufe
oft auf L. 5 D. 29. 3. publice enim expedit, suprema ho-
minum judicia exitum habere, berufen hat! deNN diese
Stelle hat eine ganz andere Bedeutung.
d. Ob die Obligatio des Testamentsexecutors auf die
Erben übergehe, ist oft verhandelt worden. Viele verneinen
die Frage aus Analogie zu den Tutoren, andre deshalb,
cum sit electa fides et industria personae; andere Wollen
das Geschäft auf die Erben übergehen lassen, wenn eS
ein opus bursale non personale ist, d. h. WeNN es Mit
Kosten verbunden ist. Die Frage ist manchmal eine quaestio
facti, in der Regel aber gewiß das Prineip anzunehmen,
daß der Tod das Rechtöverhälmiß aufhebt, sowohl aus der
Analogie zu andern Rechtsgeschäften, als auS der Intention
des Anordners.
e. Endlich ist oft die Frage aufgeworfen worden, oh
der Exeeutor sich freimachen könne, wenn er die ihm zuste-
henden Rechte und Klagen den Interessenten eedire. Die
Antwort ist nach unsrer Meinung verneinend, weil dem
Exeeutor dies beneficium juris nirgends speeiell bewilligt ist.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer