Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

16 lieber das General- unb Specialpfandrecht der Römer und über
Vermögenspfand ausdrücklich die Sache so zu stellen/ daß
alle einzelnen Sachen verpfändet seyn sollen/ sehr selten ein-
tritt/ woher e6 kömmt/ daß man so oft in unserer Praxis
das oben unter 2 als subsidiär angegebene Resultat für unsere
Regel geachtet hat 27).
Bei dieser Gelegenheit sind noch zwei wichtige / auf daS
Vermögenspfand sich beziehende Fragen zu erledigen:
I. Häufig geschah eS bei den Römern und geschieht eS
bei uns, daß neben der Verpfändung einzelner specieller Ver-
mögenSobjekte noch andere Vermögensobjekte (-cetera bona)
etwa Alles, was zu dem Vermögen des Schuldners gehört /
verpfändet wird. Der Standpunkt eines solchen Geschäfts
ist ein dreifach verschiedener:
a) Ein ausdrücklicher Vertrag bestimmt/ daß die Ver-
pfändung der übrigen Güter nur in «ubsillium und für
den Fall geschehen sey/ wo aus der species die Befriedigung
nicht erlangt werden könne. Hierauf geht die schon mehr-
mals angeführte l. 2. I). qui potiores in pign., vielleicht auch
die l. 6. cod. de distract. pign.
b) Das Variationörecht ist durch einen ausdrücklichen
Vertrag garamirt. Hier bleibt cs dabei/ und weder ein
nachgehender Pfandgläubiger/ noch weniger der Schuldner
oder ein dritter Besitzer kann eine Gegenrede machen, wenn
auch einige neuere Rechtsgelehrte hier in Unterscheidungen
sich gefallen haben ").
0 Wenn weder daS Eine/ noch das Andere bedungen ist/
so ist nach unserer Meinung der Richter angewiesen/ in
iavorem eines nachstehenden Pfandgläubigers den Kläger ab-
zuweisen / wenn dieser ohne die Voraussetzung/ daß die
species nicht zureicht / zu den andern Gütern gegen das
Interesse des andern PfandgläubigcrS greifen will. Dieses
spricht nämlich die i. 2. cod. de pign. aus. Diese Stelle /
27) Sonderbar genug haben viele Lehrbücher des gemeinen Rechts
auf diese ganze Frage, die in den Gerichten so häufig vor-
kömmt/ fast gar keine Rücksicht genommen.
28) Glück/ Commentar 18. Bd. S. 236.

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