Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

218 lieber Testamentsexeeutoren.
UebrigenS sieht man aus dieser Novelle, daß der Anfang
und die Ausbildung dieses Instituts auch im Orient dem
Interesse und den Plänen der Geistlichkeit zuzuschreiben ist,
wie wir für den Occident weiter unten ausführen werden.
In der justinianischen Sammlung ist nicht die entfern-
teste Spur von demjenigen, was wir Testaments-Epecutor
nennen. Das reine Mandatsverhältniß über den Tod des
Mandans, so nämlich, daß die obligatio ex mandato oder die
Vollziehung derselben erst dann anfangen sollte/ war vor Iu-
stinian gegen die Principen deS römischen Rechts, wie wir
nunmehr ganz besonders bestimmt auö Kajus ') wissen; und
wenn Iuftinian auch hierin Aenderungen vorgenommen hat1 2 3),
und wenn selbst einzelne Stellen in den Pandecten deshalb inter-
polirt seyn mögen, so hat dies sehr natürlich doch nicht so weit
führen können, ein eigenes Institut im Erbrechte zu begründen.
Dabei hing man noch zu eifrig an der Consequenz des altrö-
mischen Rechts, wodurch der Erbe in jeder Beziehung un-
mittelbar die Person des Verstorbenen fortsetzt, und außer
dem Curator hereditatis jacentis eine Zwischenperson nicht
Vorkommen sollte. Wenn ein Dritter für den Erblasser nach
seinem Tode etwas besorgen sollte, so mußte man diesen,
wenn man sicher seyn wollte, mit einem Legat oder Fidci-
commiß honoriren, um ihn oneriren zu können: war man
außerdem der fides des Onerirten gewiß, so konnte man ihm
wohl ohne weiters ein Ministerium aufladen. Der Haupt-
unterschied bestand dann darin, daß, wenn jemand als Le-
gatar oder Fideicommiffar onerirt war, und er die Auflage
nicht erfüllen konnte, das Legat oder Fideicommiß natürlich
bei ihm blieb, während der Minister nichts bekömmt, und
falls ihm eine Belohnung für seine Mühewaltung ausgewor-
fen wäre, der Erbe diese nicht auszubezahlen braucht, wenn der
Dienst nicht geleistet wird Wie man auch nicht auf dem Wege

1) Com III. §. 158.
2) Civilistisches Archiv VI. Bd. 2. Heft S. 237.
3) L. 17. pr. D. 31.

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