Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

14 lieber das General - und Speeialpsandrecht der Römers und über

mit Bülow *8) so argumentircn, daß das Vermögenspfand
an sich nur die universitas, und nicht die einzelnen Sachen
seiner Natur nach ergreife; noch irgend eine Analogie/ z. B.
die von der taberna zu Hülfe rufen / weil in der That diese
nicht paßt/ indem ein großer Unterschied ist zwischen jenem
Complexus von Sache«/ die immer zum Verkauf da liegen/
und zwischen den meistens in ganz fester Hand sich befinden-
den einzelnen Vermögensobjekten. Zuletzt ist nur noch der
Fall zu erwägen, wo durch den Gegensatz zu einzelnen «pecies
andere generisch bezeichnete Objekte doch gewissermaßen spe-
cialtfirt werden. Hier halten die Römer oft den Ausdruck
cetera bona dadurch für bestimmt/ daß von dem Zustande
dieser Güter zu einer bestimmten Zeit die Rede ist. Hieher
gehört unter andern die berüchtigte I. 2. v. 2v, 4, wo wir
die zweimal vorkommende Leseart „generaliter“ für richtig
halten; denn das erstemal bildet sich der Gegensatz der cetera
bona in Beziehung auf das später verpfändete praedium.
Das anderemal ist von demjenigen die Rede/ was der Gläu«
biger aus dem generell Verpfändeten bereits erhalten har26).
In einem gleichen Gegensätze des speciellen und der cetera
bona findet man die l. 9. Cod. 8. 28,
In dieser kurzen Darstellung haben wir unsere Meinung
über den Umfang des VermögcnSpfandrechts nach Grundsätzen
der Römer so angedeutet:
1) daß dasselbe auf alle Einzelnheiten/ die bei der Ver-
pfändung im Vermögen sind/ und bis zur Geltendmachung
des Pfandrechts in dasselbe kommen/ sich erstreckt und daran
haftet, wie wenn dieselben speciell verpfändet wären; soferne
dieses von den Partheien ausdrücklich bedungen ist;
2) daß außerdem die Intention der Partheien zu unter-
suchen ist/ und daß im Zweifel der billigere Grundsatz an-
zunehmen ist/ wornach der Vermögensverpfänder in der
26) Abhandlungen über einzelne Materien des römischen Rechts/
I. Thcil/ Braunschweig 1817/ Nr. I.
26) Man vergleiche übrigens v. Glück im Commentar §. 1079.
XYlli. Thcil/ 2te Abtheilung.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer