Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

10 lieber das General - und Specialpfandrechd der Römer und über
a) daß die römischen Juristen bei der Verpfändung einer
tabema angenommen haben, daß die Veränderungen der
species nicht in Betracht kommen, sondern nur das Ganze,
wie es zu der Zeit sey, wo das Pfandrecht geltend gemacht
werden soll. Und zwar werden unter den Veränderungen
nicht blos die physischen, sondern auch die juristischen ver-
standen , d. h. das aus der Gesammtheit Verkaufte wird vom
Pfandrecht frei, das dagegen in die Gesammtheit Hinein-
gekaufte dem Pfandrecht unterworfen. Es ist kein Zweifel,
daß hier die Betrachtung entschieden hat, wie die Einzeln-
heiten einer tabema ihrer Bestimmung nach einem beständigen
juristischen Verkehre unterworfen sind, und der Verpfänder
naturgemäß sich nicht der Beschränkung, auf den Verkehr zu
verzichten 7 oder die verkaufte Sache «um onere zu über-
liefern, unterwerfen wollte. ES ist hier derselbe Fall, wie
wenn bei einer Verpfändung des Vermögens diejenigen Sachen
durch allgemeine Interpretation oder vielmehr praesumtio
juris ausgenommen sind, die der Verpfänder des besondern
Verhältnisses zu denselben wegen nie verkaufen und verpfän-
den will 21). Es liegt aber in dieser Darstellung von selbst,
daß von der tabema kein Schluß auf andere Gesammtheiten
gemacht werden kann, sondern aus der Natur jeder einzelnen
Gesammtheit durch die Jurisprudenz ein Resultat gefunden
werden muß. Auch muß man wohl dabei stehen bleiben, daß
wo durch die Jurisprudenz Nichts ausgesprochen ist, die
Sache lediglich eine quaestio voluntatis bleibt; denn schon
der Eingang der i. 34. pr. D. 20, l. zeigt, daß man immer
auf dasjenige zurückgegangen ist, was denn eigentlich als von
den Partheien bezweckt angesehen werden könne.

aus den Stellen der Note e. ableiten will, und womit wir
durchaus nicht einverstanden seyn können.
21) L. 6, 7, 8. o. 20. 1. Thibaut Pandekten §. 638. — Man
sehe hinsichtlich einer andern auf ähnliche Präsumtion ge-
bauten Ausnahme gewisser species yoni Vermögenspfand L.
ult. Cod. 8, 26.

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