Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

170 Welche Wirkung hat die Verjährung der Klagen ?
fortdauernd anerkannten^), wenn die Hauptklage erloschen
war / weil die naturalis obligatio nicht in das judicium trans-
ferirt/ und weder durch die Litis-Contestation/ noch ohne
dieselbe verändert wird. Diese Anerkennung der Kaiser ist
also nur eine Bestätigung des Umstandes/ daß an den alten
prozessualischen Hauptgrundsätzen bei Einführung der neuen
Klagenverjährung Nichts geändert werden sollte. Zu welchen
Willkührlichkeiten muß man mit v. Löhr und Heimbach seine
Zuflucht nehmen/ wenn man ohne solche Voraussetzungen/
wie wir sie eben hier aufgestellt haben/ die Fortdauer der
Pfandklage nach Erlöschung des Principalanspruchs erklären
will! Verstehe man auch die bekannte L. 2. Cod. de luitione
pign. 21) von irgend einer Aufhebungsart der Klage, von
welcher man wolle/ so geht doch so viel unzweifelhaft aus
derselben hervor/ daß das Pfandrecht fortgeht/ weil der natür-
liche Beftandtheil der obligatio durch die Klage nicht consumirt
wird. Aber nicht bloß bei diesem Verhältnisse des Pfand-
rechts / sondern auch noch in Beziehung auf das Eigenthum
selbst haben wir schon oben gesehen/ daß Juftinian bei den
alten Grundsätzen blieb/ wonach/ wenn nicht eine wirkliche
Erwerb- und Rechtsverjährung statt hat/ durch den
Untergang der Klage das Recht deS EigenthümerS nicht ver-
irren seyn soll. Wie hätte Juftinian so entscheiden können/
wenn in der Klagenverjährung ein wahrer Rechtsuntergang
läge! Im Uebrigen ist in unserer Lehre viel Unheil entstan-
den/ daß man die Sätze und Zwecke bei der Usucapion so oft
mit den Grundsätzen des Untergangs der Klagen durch Zeit-
ablauf vermischt hat/ welches eben so sehr der Geschichte/ als
dem Systeme des römischen Rechts zuwider ist. Endlich
würde mancher Jrrthum vermieden worden seyn/ wenn man
in der Lehre von den Aufhebungsgründen der Obligationen
der Vorftellungsart der Römer in unfern Compendien mehr

20) L. 7. Cod. 7. 39.
21) Intelligere debes vincula pignoris durare personali actione
submota.

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