Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

Welche Wirkung hat die Verjährung der Klagen? 163
Wirkung in der Klagenverjährung gelten machen sollte, an-
derntheilS will der Kaiser doch offenbar, wenn er sich so
erklärt:
«i quis contractus, si qua actio XL. annorum curriculis
proculdubio sopiatur,
nur ausdrücken, daß von persönlichen Klagen hier die Rede
ist, und auf jeden Fall sieht man bald, daß bloß der äußere
Umfang der Klagenverjährung hinsichtlich der Fälle, die
früher ausgenommen waren, erweitert werden sollte, nicht
aber die innere Wirksamkeit der Klagenverjährung verstärkt
wurde, weil dies nur durch den Gegensatz hätte geschehen
können, daß nicht nur die Klage, sondern auch jede Bedeu-
tung des debiti vernichtet sey. Wenn von dem jus extinqui
die Rede ist, so kann ja auch, sofern der Gegensatz die Sache
nicht klar macht, nur auf ein Aufhören des KlagercchtS die
Richtung der Worte gehen.
Dabei sieht man gerade aus der berühmten Constitution
von Justinus über die Verjährung der Pfandklage, daß überall
auf die praescriptio der Klagen die Meinung gerichtet
war, wenn vom Aufhören der aus Contraeten und Stipula-
tionen mittelbar entstandenen Pfandrechte gesprochen wurde ").
Vor allem aber wird unsere Meinung durch die Constitu-
tionen selbst gewissermaßen bekräftigt, wenn Juftinian in der
L. 8. Z. l. Cod. h. t, sagt, daß, wenn Jemand den Besitz einer
Sache, welche er mala fide erworben, aber 30 ganze Jahre
fortgesetzt habe, verliere, der alte Eigenthümer wieder zu-
greifen könne, woraus man klar sieht, daß durch die prae-
scriptio longissimi temporis, wenn nicht zugleich eine neue
Eigenthumserwerbung darin liegt, das dingliche Recht nicht
verloren geht: warum sollte nun aber das Forderungsrecht
verloren werden, und gibt es irgend einen Grund, eine
solche Verschiedenheit in den beiden Arten der Vermögens-
rechte anzunehmen?
Endlich in der L. ult. Cod. h.t. verfügt bekanntlich Justinian

l4y L. 7. §. 4. Cod. 7. 39.

t

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer