Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

Welche Wirkung hat die Verjährung der Klagen? 161
und nunmehr durch die verdienstlichen Ausführungen von
Frank e9) und von Keller * *°) genugsam dargethan ist.
Diese bestimmten/ pofitiven Anhaltpunkte lassen auch keine
philosophischen Reflexionen über den Zweck und Umfang der
Klagen - und Prozeßverjährung zu/ indem sie fest annehmen,
daß der naturale Beftandtheil deö Anspruches durch Zeitablauf
vor und nach dem Anfang deö Prozesses nicht verloren gehen
soll, sehr getreu der ganz allgemeinen Idee:
civilis ratio civilia quidem jura corrumpere potest, na-
turalia vero non utique 1J);
sowie der ziemlich entsprechenden allgemeinen Ansicht, daß
der naturale Beftandtheil gar nicht in ütem tranöferirt, und
also weder durch lis eonsumirt, noch weniger durch Versagung
deö Prozesses zerstört werde,2).
§. 5.
Vorerst ist jetzt der Blick auf die einschlagenden Consti-
tutionen zu werfen. ES sind im Ganzen folgende:
1) iM Cod. Theodos. Lib. IV. tit. 14. (de actionibus
certo tempore finiendis) die const. unica (man sehe auch
Wenck cod. theod. libri V. priores pag. 251);
2) die Nov. Valentiniani 8 NNd 12. (Cod. Theod. ed.
Gothofr. Ritter tom. VI. in append. pag. 118. 127.);
3) im Cod. Justin, die const. 3. 13) 4. (Anastasius) 7.
(Justinus) 8. 9. (Justinianus). VIII. 39.
Unter diesen Constitutionen ist wohl die erste, die Theo-
dosianische die wichtigste. Sie knüpft in sofern an daö frühere
Recht an, als durch die longi temporis praescriptio die ac-
tiones in rem speciales verloren werden konnten. Allein eö
ist bekannt, daß hier eine wahre Eigenthumöerwerbung im
neuesten römischen Rechte angenommen wird, und somit der

9) a. a. O. S. 76.
10) a. «. O. S. 159.
11) §. 3. J. l. 15. und a. a. £).
12) L. 50. §. 2. D. de peculio.
*3) Diese ist der Auszug aus Nr. i. oben.

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