Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

130 lieber die obligatio naturalis, mit besonderer Rücksicht auf
kann, ohne daß Zurückforderung des Bezahlten statt fände.
Ja, im Einzelnen dieser Obligationen tritt so vieles Eigen-
thümliche, besonders hinsichtlich Dritter, die mit einer solchen
Obligation in Verbindung kommen, ein, daß man nur von
einer völlig genauen Unterscheidung aller einzelnen Fälle das
richtige Resultat erwarten kann.
§. 8.
Es gehören hierher
L) die Obigationen der Unmündigen und Minderjährigen,
die sie ohne Tutor und Curator eingehen.
a) Man begreift leicht, daß Kinder keine Verbindlichkeit
eingehen können, und daß bei diesen nicht einmal die aucto-
ritas tutoris möglich ist17)* Es gehört nicht hierher, ob sie
nicht ausnahmsweise tutor« auctor« Besitz, und durch diesen
Rechte erwerben können, genug, daß die obligatio der Kinder
pro nulla gilt. Was aber
b) die Obligatio anderer Unmündigen betrifft, so besteht
bekanntlich eine große Controverse von den Glossatoren an
bis auf unsere Zeit. Donellus wirft hierin schon dem CujaciuS
vor, daß dieser eine nicht befriedigende Meinung des Martinus
' aufgewärmt habe18), indem er annahm, daß eine obligatio
bei den Pupillen, die ohne Tutor handeln, unter der Vor-
aussetzung von den römischen Juristen zugelaffen sei, daß
dadurch der Nutzen des Pupillen befördert werde "), während
im andern Falle auch nicht einmal eine obligatio naturalis
bestehe. So sollen die widersprechenden L. 41. I). 12,6. L. 69.
D.44.7. L. !.§.!. D.46,2. L.44. 1). 46. 3. L.21. D.35,2. «Ob
1.64. D. 36.1. erklärt werden, indem es bei den erfteren
Stellen heißt, der pupillus werde nicht einmal jure naturali
obligirt, während die andern Stellen eine obligatio naturalis

iv) Sic werden den ftu-iosi» gleichgehalten. §. 9. J. 3. 20,
18) Donellus Comment. jur. civ. lib. 12. 2. und ad I,. 127. 1).
de O.
39) Daß unter dieser Voraussetzung der Puvill obligirt werde,
bat keinen Zweifel

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