Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

128 lieber die obligatio naturalis, mit besonderer Rücksicht auf
statt: die filii und Mae sind nämlich nur insoferne nicht
Rechtssubjecte/ als sie mit ihrem Gewalthaber oder mit den
unter derselben Gewalt stehenden Individuen zu thun haben;
gegen extranei aber sind sie Rechtssubjecte / nur können die
extranei bloß in so weit klagen, als die tili, Vermögen haben.")
Wenn übrigens Weberbehauptet, die Obligationes der
Mi gegen den Vater oder untereinander seyen jetzt nicht
mehr l'loS naturales d. h. in eben dem Sinne wie bei den
Sklaven factisch 13), weil die Sitte bei uns entgegen sey, so
können wir weder diese Veränderung in den Sitten glauben,
obgleich Weber nicht nur den in solchen Paradoxen berühm-
ten Thomasius, sondern auch UN fern gelehrten Glück anführt/
noch überhaupt annehmen, daß die Grundsätze von der väter*
lichen Gewalt nicht mehr aus dem römischen Rechte herzu-
holcn seyen.
§. 6.
Fortsetzung.
Es gehören ferner hieher
3) die officia pietatis et remunerationis (g$ ist eine be-
kannte Sache, daß die Römer gewisse Verhältnisse für nicht
geeignet hielten, ihnen eine andere juristische Richtung zu
geben, als daß die Leistung aus einer solchen Pflicht für
gültig geschehen erkannt wurde. Es sind dies die Pflichten
der Unterstützung, die sich in verschiedenen Lagen des Lebens,
und besonders unter solchen Personen/ die sich nahe verbun-
den sind, durch das natürliche Gefühl des Anstandes geltend
machen. Ob hier jemand seine Pflicht übte in der richtigen
Kenntniß ihrer juristischen Bedeutung, oder ob er sie über-
schätzte , ist gleichgültig. Auch stellten die Römer hieher die
durch den Anstand gebotene Pflicht der Entgeltung, und
nannten dieselbe eine naturalis obligatio.")
11) L. 39. D. 44. 7. L. ult. §. 2. I). 45. 1.
12) Von der natürlichen Verbindlichkeit §. 88.
13) L. 38. D. 12 (i. Cujacius tum. 1. pag. 1552.
l y L. 25. §. 11. 1). 5. 3

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