Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

die Wirksamkeit des Pfandrechts bei einer solchen obligatio. 125
Seite die obligatio angesehen wurde, und daß diese so den
Standpunkt der actio bekam. Dabei wurde dann nicht weiter
gefragt.- wie es mit der NechtSansicht im Volke stehe, nur
wollte der Prätor nie in f«™ dasjenige anerkennen, was in
der Welt für inboncstum galt: umgekehrt aber gab es manchcr-
lei Ansprüche- die sich blos auf das Dasein gewisser ReehtS-
formen gründeten. Auf diese Weise wird der Unterschied der
juristischen Schuldigkeit in die klagbare und nicht klagbare,
in die civilis und nicht civilis nachgewiesen'), und es ist die
juristische Bedeutung der letzter» näher zu untersuchen.
tz. 3.
Wenn nun auch ein römischer Jurist sagt:
„Is natura debet, quem jure gentium dare oportet, cujus
fidem secuti sumus“ 1 2 3)
so ist damit der volle Gegensatz zur klagbaren Obligation
noch nicht ausgesprochen, und noch weniger sind die ver-
schiedenen Nuancen zu erkennen, in welchen der Römer in
Beziehung auf eine Schuldigkeit sein Wörtchen „naturalis“
brauchte. Dieser Ausdruck ist im Geiste der römischen Juris-
prudenz dafür bestimmt, zugleich etwas zu negiren und etwas
positiv auszusprechen, und hat daher immerhin eine ver-
schiedenartige relative Bedeutung. Die Verbindung der Worte
naturalis solutio 3), naturalis conjunctio4), naturalis possessio
bewährt dieses hinlänglich. Insoweit stimmen wir auch mit
1) Es ist nicht richtig, wenn Franke in seinen Abhandlungen
S. 67 behauptet, die klagbaren Obligationen hätten bei den
Römern naturaleg geheißen, denn die angeführten Stellen sagen
dieses nicht. Die L. 7. D. 2. 14. sagt blo§, daß auch jure gen-
tium gewisse Obligationen für klagbar angesehen würden (was
ist wohl natürlicher?) und die L. 10. D. 44. 7. und L. 16. §. 4. D.
46. 1. sagen blos, daß man eine obligatio naturalis zunächst an
den zwei Punkten der Klage (die ihr nicht zusteht) und der Rück-
forderung (die ihr zusteht) erkennen könne.
2) I.. 84. §. 1. v. 50.17.
3) Im Gegensätze der per aes et libram. Gajus IV. 168. 173 Cicero
de leg. II. 20. 21.
0 Zm Gegensätze der agnatio oder cognatio civilis.

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