Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

die Specialität der Pfandrechte in den neuen Gesetzgebungen. 5
der, Alles, waS veräußert werden kann, kann auch ver-
pfändet werden 9). Besondere Verpfändrmgöformen, die
ohnedies nie eigentlich da waren "), wurden am wenigsten
zuletzt für nöthig gehalten, und auch von diesem Standpunkte
LaS Pfandwesen erweitert, und erleichtert. Das Recht der
Veräußerung war zwar ein eventuelles, dasselbe aber in soweit
gleich bei der Begründung deS Pfandrechts einflußreich, daß,
wo ein Veräußerungsweg statt fand, auch ein VerpfändungS-
weg geöffnet war. Daher kam es auf eine sehr einfache
Weise dahin, daß auch »omina verpfändet werden konnten,
und daß überhaupt an beschränkten, bedingten und zeitlichen
Rechten, soweit eine Veräußerung denkbar war, auch eine
Verpfändung angenommen wurde. Die Verpfändung deS
ganzen Vermögens ist eonfequent der Schlußstein dieses Ge-
bäudes , und wenn man zuerst wohl nur an die omnia, quae
habeo dachte, so konnte es in dem eben geschilderten Geiste
des römischen Pfandrechts nicht ausbleiben, daß man auch
zu den omnia, quae habiturus sum, Nicht sowohl für stch
stehend, vorschritt, alS um einen höheren Grad des Ver-
mögenSpfandrechts zu bilden, oder vielmehr, um ein recht
eigentliches Vermögenspfandrecht zu constituiren. Der Cul-
minationspunkl ist aber erst durch die bekannte l. S Cod.
8, 17, eine Constitution Iustinians, cingetreten, in welcher
der Kaiser aussprach, daß, wenn Jemand «de ei xerioulo
rerum ad se pertinentium, oder durch die Formel „per
earnm exaotiouem satisller! tibi promitto" stch verbunden
habe, nicht nur eine wirkliche Verpfändung angenommen
werden solle, sondern auch stillschweigend und kraft Gesetzes
die res kuturae mitverpfändet feyen. Bei dieser Lage der
Dinge war wohl der wichtigste Theil im römische» Pfand-

9) L. 9. §. 1. v 20, 1. 1. 10, Z. 2. D. 20, S.
10) Man müßte denn an jene Formeln denken, die den Umfaug
des Vermögenspfands oder der bedingt ertheilten Pfänder
bezeichnetem
11) Sc. rerum ad mc pertinentium.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer