Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

8.3. Jus et crimen osculationis

119

Mannichfalrigeö.
nie der dritte heißt/ so ist der Aufdruck je um den dritten
Tag nicht richtig/ sondern es muß heißen „je um den
andern Tag," oder wenn man bei der römischen Vor-
stellung stehen bleiben will/ „an jedem dritten Tag"
oder je am dritten Tage.

hi.
Jus et crimen osculationis.
So umfassend und systematisch unsere Compendien und
Handbücher sind/ so berühren wir doch hier einen Gegen-
stand, welcher nicht darin enthalten ist, und wobei unsere
Leser Gelegenheit haben, allerlei Betrachtungen zu machen.
Klenze gleich im ersten Heft seiner Fortsetzung der
Savigny'schen Zeitschrift erzählt manches Interessante vom
Kuß recht der Cognaten, und untersucht nicht nur den Um-
fang des Rechts in Beziehung auf die Berechtigten, sondern
auch den Grund und die Bedeutung desselben, wobei es recht
anschaulich wird, daß Sitten und Rechte abkommen, ohne
daß der Grund dafür weggefallen ist°), so wie umgekehrt
auch Rechtssätze bleiben können, wenn der Grund derselben
nicht mehr da ist. Merkwürdig ist es auch, daß die alte
Welt in Beziehung auf die Ausübung des Kußrechts die
Küsse gehörig zu klassifiziren wußte; oscula officium sunt
(so weit also das Recht) — basia pudicorum affectuum,
sania libidinum vel amorum. Wie NUN aber in concreto dev
Exzeß in der Ausübung des Kußrechts nach dieser intensiven
verschiedenen Richtung des Objekts zu finden sey, davon
haben wir nicht die gehörige Vorstellung; gewiß aber ist es,
daß in dem Mißbrauche dieses Rechts eine Injurie sowohl

6) Da§ Kußrccht, wird erzählt, sey aufgekommen, um die
Weiber hinsichtlich des Genusses geistiger Getränke survcilliren
zu können.

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