Full text: Volume (Bd. 1 (1833))

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Mannichfaltiges.
bauten *) , gar kein Serupel erwachsen konnte. Er bezeich-.
nctc bekanntlich die Monatstage von den Calendae, Mus und
Nonae rückwärts/ so daß z. B. der «lies tectius Calenda
Maji der 29. April, und das Verhälkniß desselben zum ersten
Mai das von Heute zu Ue der morgen war. Hieraus
folgt auch einfach/ daß/ wer terlio quoque die etwas thun
darf/ dieses/ wenn er es heute gethan hat/ übermorgen
wieder thun darf. Es ist dies wohl auch Üicht anders/ wenn
wir den ersten/ zweite»/ dritten Mai zählen/ allein bei unö
ist man auf dieses Verhältniß nicht so aufmerksam, wie
man bei den Römern war/ weil bei diesen in jedem Monate
der dies tertius dreimal vorlaut/ wie bei uns etwa die
Wochentage wiederkehren. Auch ist der juristische Grund
der römischen Darstellung bekannt. Die Römer nennen näm-
lich, wenn von Zwischenräumen etwas abhängt/ denjenigen
Tag den ersten, wo die Handlung oder das Ereigniß/ z. B.
die Geburt/ vorfie!/ von welchen aus gerechnet wird/ ohne
weiter auf den Zeitmomcnt des Tages zu sehen, wo das
Ereigniß vorfiel/ wie aus vielen Stellen/ z. B. über den
Begriff anniculus, ersehen werden kann. Der zweite Tag
liegt hiernach sehr natürlich vor/ und der «lies tertius ist
der darauf folgende/ so daß nie weder Anfang noch Fortgang
eines vierten Tags in Betracht kommen kann. Hiernach ist
cs möglich/ daß nur 24 Stunden ausgesctzt werden müssen/
und daß in einem 72stündigen Zeitraum der Aufleseberechtigte
nur die in der Mitte liegenden zusammenhängenden 24 Stun-
den ruhen muß 4 5). Dieses führt auf das Alternirende
der Tage/ und Schweppe hat daher vollkommen Recht/ wenn
er das tertio quoque die und das alternis diebus für syno-
nyma erklärt. In Deutschland ist der Ausdruck ..je um
den andern Tag^ das natürlichere, und weil in der
deutschen Sprache der andere Tag immer der zweite und

4) I,. 132. v. de V. 8.
5) Man vergleiche auch Remfeider der amu«s ehilis ©. 14/ u.

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