Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 1 (1833))

92 Von den Ansichten unserer Zeit
haften Einrichtungen -er englischen Gerichte und von dem
Wunsche, -er auch in England herrscht, den Rechtszustand
zu vereinfachen, die Rede; aber der Verfasser hat sich mit
Recht auf die allgemeine Frage von der Perfectibilität des
RechtSzustandcs und von den passenden Mitteln dazu ein-
gelassen.
Vor Allem ist merkwürdig, in diesem Buche Beiträge
zum Entwicklungsgang des Rechts selbst zu finden. Man
erkennt, daß der Weg zur Ausbildung des Rechts, namentlich
im Privatrecht, überall gleich seyn wird, weil die Natur
auch hier ihren ewigen und unveränderlichen Gesetzen treu
bleibt. Nicht die Einsicht und der Wille einzelner Menschen
kann Gesetz und Recht in voller Ausbildung in daS Leben
eines Volkes rufen, sondern in der allmähligen Uebung der
RechtSanwendung bilden sich die Rechte. So geschah dies
bei den Römern in den mores, res judicatae, und besonders
in den edicta praetorum, und so geschah dies bei den Eng.
ländern durch die Jurisprudenz der Gerichtshöfe. Dabei
spricht besonders die Aehnlichkeit an, die hinsichtlich der
innern Kräfte und der Methode bei dem englischen un-
römischen Gerichtswesen sich findet: wie nämlich in den
römischen Gerichten ein jus strictum und aequum unter-
schieden , wie ferner das jus, was ans den teges kömmt,
dem j«s, was aus andern Quellen entspringt, entgegen gesetzt
wird; ebenso unterscheiden die Engländer das common-law,
die equity und auf der andern Seite die Statuts im
Gegensätze des übrigen Rechts; und in ganz gleichen Vor-
stellungen haben sie ein System des common-law, wie die
Römer ein System des juris civilis hatten, und ein System
des RechtS der equity, wie die Römer ein System des juris
praetorii. Nur war, nach unserem Dafürhalten, in Rom
für die Verbindung des juris civilis et honorarii sowohl, wie

O Ebendeßwegen kennen die Engländer nicht ein unpraktisches
Naturrccht wie die Deutschen und Franzosen. Birnbaum
im Criminalarchiv XI. Bd. S-

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