Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 6 (1848))

Beilage III. Neueres Recht

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er zuerst über die alte litis contestatio geschrieben, und be-
hauptet hat, die litis contestatio sey vor dem Prätor vorge-
kommen, und nicht in jndicio wiederholt worden, wovon auch
Keller, Savigny und andere ausgehen, dagegen bezieht er
sich bei der neuen Litis - Contestativn hauptsächlich auf das
Reichsrecht, und von denselben Grundsätzen geht dann auch
2~) Wächter 3. Heft S. 70 — 88.
nicht minder
Savigny VI. Bd. S. 39. ff. aus:
und wir werfen diesen Civilisten der römischen Schule nur vor,
daß sie den ganzen Umsturz der Lehre im Reichsrechte haben
finden wollen, der viel früher schon im mittelalterischen Rechte
vor sich gegangen war. Gerade dadurch aber ist man zuviel
an dem römischen Begriffe der litis contestatio hängen ge-
blieben. Dagegen aber haben die Prozessualisten aus ihrem
practischen Leben das Gegentheil besser gefühlt und die Rechts-
folgen der litis contestatio nicht aus der römischen An-
sicht darüber, sondern aus der deutschen abgeleitet, auch ge-
wisse Folgen schon, wie im mittelalterischen Rechte auf Citation
und Prävention zurückgeführt. Bei diesem Kriege der Civi-
listen auch der älteren und der Prozessualisten wäre es unnö-
thig, die einzelnen Schriftsteller anzuführen, wir verweisen
hier auf eine Sammlung, welche schon Buchka gemacht hat
S. lf>0— wobei freilich auch die mittelalterischen Auctoren ci-
tirt werden, wir aber nur die Neueren, namentlich die Pro-
zessualisten meinen.
Die Concurrenz der Klagen aber und die Rechtsfrage
über die eaciem quaestio hat man den Civilisten über-
lassen.
II. Bon Denjenigen, welche nach Keller geschrieben
haben.
Leider haben sich auch einzelne Prozessualisten in die Irr-
wege verwickeln lassen, welche durch Keller's Arbeit für
unser Leben entstanden sind: die bessere Richtung hat Sin-
ten iö eingehalten in seinen Erläuterungen, doch fehlt es ihm
sehr an der gehörigen Ausscheidung der Folgen der litis con-
testatio, die er nur nach den Grundsätzen des mittelalterischen
Rechts hätte machen können. Aber verunglückt ist in der That
die siebente Auflage des BucheS von Bayer, welcher zwar

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