Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

Beilage II. MittelattcrischcS Recht
ven: die Litigiosität fange mit der Litis-Contestatio an; allein
man mußte doch verschiedene Verhältnisse unterscheiden:
a) die actio an sich wurde erst litigiös, wenn der Be-
klagte sie annimmt, also sich darauf einläßt: dies ist sa unsere
litis contestatio.
b) Die res aber ist schon litigiös, wie der Kläger deß-
halb den libellus übergibt, und der Beklagte Kenntniß da-
von erhält.
Man darf darüber nur die Glosse Nachsehen, und herab
die Schriftsteller vergleichen bis aufBartolus. Der letztere
sagt so, daß, wenn Jemand mit einer vindicatio auf das
dominium oder quasidominium klage, die res, d. h. die
Substanz der Sache und gleichsam die rechtliche Eigenschaft
dieser Sache schon im Augenblicke der conventio litigiös würde,
daß dagegen bei den Servituten- und Pfandklagen, sowie bei
den persönlichen Klagen es sich nicht um die res, sondern
um die actio handle, und die Litigiosität erst mit der Ein-
lassung auf die Klage naturgemäß entstehe, weil es sich ja
hier blos von dem nackten Rechtsbegriff handle.
Sieh seine Darstellung und Exegese ad tit. Cod.
de litig. 8. 37.
daher hat dann das eanonische Recht in Beziehung auf die
Litigiosität der res in demselben Geiste mit Recht so entschieden
1) daß von der insinuirten conventio an der Beklagte
deu Streitgegenstand nicht mehr veräußern dürfe,
e. 60. c. 11. qu. 1.
cap 3. X. 2, 16.
es ruht dieses Alles offenbar auf der nov. 112 c. 1. und
der daraus gezogenen autbent.
2) daß der Beklagte überhaupt am Besitzstand nichts
ändere.46) Man kann Alles philosophisch anschaulich machen
wie z. B. Kierulff, oder sich historisch an das alte römische
Recht halten, wie Mühlenbruch HCession) oder der Prario
aber ohne gute Gründe beistimmen wie Tinten is (Erläut.
S. 177) — am sichersten aber wird man überall gehen, wenn
man die mittelalterische Jurisprudenz kennt, und weiß, daß

461 clom. 2, 2, 5.

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