Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 6 (1848))

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Beilage I. Der justinianische Prozeß.

tet haben, geht schon daraus hervor, daß Justinian am
Ende des §. 5. selbst anzeigt, er habe diesen Gegensatz aus der
Digcstenlehre de restitutionibus genommen, wie dies auch G a-
jus bewährt, welcher in seinem IV. Buche von der Sache
nichts weiß. Justinian denkt hier mehr auf eine materielle
Bedeutung, wie auf das alt förmliche Verhältniß welches
allein in der Intention des Gajus liegt. Dies zeigt auch
der nächste §. — der von der Paulianischen Klage handelt,
welcher in den Pandectcn auch in der Restitutionslehre vor-
kommt, obgleich.er nicht zur Restitution gehört, und der §. 7.
der auf die Se rvian'sche und Quasiservianische Klage führt:
und damit die Lehre von den dinglichen Klagen schließt. Ge-
rade der 8- 7. ist auch deshalb merkwürdig, weil nirgends
bestimmter, wie hier, der Gegensatz des pignus und der hy-
potheca im Objecte angedeutet wird: während die Natur
der Klage dieselbe ist.
8- 6.
§. 8—12. J. h. t.
Der Kaiser fährt sodann fort, die prätorischen Klagen des
ObligationcnrechtS darzustellen, namentlich die actio de pe-
cunia constituta und de peculio mit der actio de jureju-
rando. Die erste enthielt die Bestättigung einer früheren
Schuld, die auch eine naturalis feyn konnte, und die in der
Richtung eines formlosen Vertrages vor sich ging, und da-
durch von der civilrechtlichen Stipulation sich unterschied. Die
andere war die Schulderkennung von einem Sohne oder Skla-
ven , wegen welcher auch von dem Vater und Herrn durch
eine besondere Klage die Befriedigung verlangt werden konnte.
Endlich sollten die formlosen Verhältnisse dadurch förmlich
gemacht werden, daß man sich auf den Eid berief: dann
braucht man nicht aus dem Inhalte des Vertrages, sondern
allein aus dem Inhalte des Eides zu klagen.
Zuletzt führt der Kaiser einige Pönalklagen auf, die der
Prätor eingeführt hat.

8- 7.
§. 13 — 15. J. h t.
Schluß der ersten Eintheilung in actiones in rem et
personam.

Der Kaiser spricht »och von den Präjudicialklagen, führt

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