Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 6 (1848))

318 Zur Lehre von d. Wirkungen des Prozesses aus das materielle Recht.
dann darf ihm kein anderer Kläger aufgedrungen werden, so-
gar im Geiste unsrer Eventualmarime. 57J Was aber die
Sachen betrifft, so können sie nicht veräußert werden, wenn
eine Citation erfolgt ist, und wäre dieses nicht iw römischen
Rechte begründet, so fände sich die Nachweisung dazu im ca-
nonischen Rechte. Weder physisch noch juristisch darf der Be-
klagte vorn Augenblicke der Citation an der Sache etwas vor-
nehmen 58).
Wenn wir nun in diesem Punkte mit den Argumenten
Mühlenbruch's auch nicht einverstanden sind, so geben wir
doch zu, daß die Nov. 112 c. 1. hieher keine Anwendung habe,
weil sie nur die Veräußerung litigiöser Sachen betrifft, und
keineswegs von der Cession der actiones handelt, in welcher
Beziehung denn auch das canonische Recht mit dem römischen
Recht sehr gut zusammenstimmt. Ebendeshalb müssen wir auch
annehmen, daß das canonische und neuere Recht an den Grund-
sätzen über die Cession der actiones nichts hat abändern wol-
len, zumal sich der vernünftige Grund denken läßt, daß, nur,
wenn der Beklagte sich auf den Streit eingelassen hat, er ein
Recht hat, nicht einen andern Kläger zu erhalten. Dabei
kömmt es dann auch gar nicht darauf au, ob der andre Klä-
ger ein Repräsentant des vorigen ist, oder nicht. 59)
Der eigentliche Begriff der res litigiosa ist erst durch den
neueren Prozeß entstanden; da nämlich hier zweiseitige Hand-
lungen nicht mehr Vorkommen, sondern einseitige Terminsver-
handlungen, selbst wenn die Partheien protoeollarisch in der-
selben Tagfarth verhandeln, so muß man nothwendig unter-
scheiden :
a) die lis coepta für den Kläger,
b) für den Richter,
cj für den Beklagten,
für den Letzteren ist es die Citation 6Ü).

57) so ist die 1. 2. 4. eoä. de litigiös, auszulegen.
58) c. 50. c. 11. qu. 1. c. 3. X. 2. 16. eiern 2. 2, 5.
59) Nach Römischem Recht wurde ja auch der procurator dominus li-
tis. Dadurch verschwindet die Repräsentation von selbst — aber
auch eivilrechtlich galt sie nicht mehr. Meine Zeitschrift V. Bd.
S. 41. ff.
60) Oben §. 19.

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