Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

Zur Lehre von d. Wirkungen des Prozesses auf das materielle Recht. 315
II. Geschieht die Deterioration durch Zufall, so hastet der
unredliche Besitzer im allgemeinen, und jeder andere Besitzer
seit der Litis - Contestation. Auf die Citation kömmt hier auch
bei uns nichts an, wie wir schon oben §. 22. bewiesen haben.
Jedoch ist das noch wohl zu erwägen, daß doch nicht
jeder Besitzer, der nicht gleich ad ovo unredlich ist, in die
gedachten Folgen gebracht wird, vielmehr, daß er nur haften
muß, weil der Kläger die Sache verkauft hätte, und dadurch
dem Zufalle entgangen wäre, oder eben der Zufall den Klä-
ger gar nicht betroffen haben würde. Da nun aber hier nichts
von dem Momente des Zufalls hinsichtlich der Schätzung ab-
geleitet werden kann, so ist gewiß, daß, weil die oben §. 22*
angeführten Beziehungen der uneigentlichen mora eintreten,
der Beklagte den Zeitpunkt der Litis-Contestation sich muß ge-
fallen lassen.
Bei dieser Gelegenheit müssen wir aber eines Falles er-
wähnen, bei welchem an der Sache selbst keine Deterioration vor-
geht, diese aber durch den Zufall weniger werth wird. Z. B. es
handelte sich von Actien, die jemand herauszugeben hatte, und
die er nicht mehr herausgeben kann, deren Werth sich aber von
Tag zu Tag ändert: hier ist der Beklagte berechtigt, auf
den Zufall sich zu berufen, und sein Gegner muß sich
die Verminderung sogar gefallen lassen, soferne es deshalb
zum Urtheile kommt, und zwar kann der Beklagte die Zeit
des rechtskräftigen Urtheils als Schätzungszeit verlangen. Es
handelt sich nämlich hier keineswegs von der Abschätzung der
Sache selbst, die als solche keinen anderen Werth hat, als
den Nominalwerth, welcher aber in den Geschäften des
Lebens und der Verurtheilung keine Bedeutung
haben kann; es handelt sich also von dem Curse, und so
wie hier der Berechtigte die Vortheile der Erhöhung hat, so
hat auch der Beklagte die Vortheile der Verminderung. Die-
ser Punkt gehört eigentlich nicht hieher, sondern ist nur der
faetischen Connerität der Sache wegen angeführt worden.
8. 26.
Entstehung des Rechts nach der L. C.
Es ist allgemein anerkannt, daß wir uns hier nach der
I. 3. Cod. in VR 2. 14. zu richten haben, welche immer so

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