Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

Zur Lehre von d. Wirkungen des Prozesses auf das materielle Recht. 290
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Fortsetzung.
4) Treten wir nun in die einzelnen Folgen selbst ein, so
nennen die Meisten die erste eine perpetuatio actionis.
Allein dieser Ausdruck ist sehr unverlässig, und kömmt
a) insoferne vor, als selbst diejenigen Klagen, die vor
Theodosius II. perpetuae waren, und jetzt temporales
wurden, durch die Klaganstellung wieder perpetuae wurden,
so daß jetzt nur die neuen Grundsätze der Verjährung der Li-
tispendenz eintraten. Also die Verjährung, wird unterbrochen.
b) sie kömmt ferner vor, indem durch die mora, welche
aus dem Prozesse entsteht, obligationes perpetuirt werden,
die entweder jsonst gar nicht, oder doch nicht in diesem Zu-
stande bestanden haben.
5) Derjenige, welcher eine dingliche Klage erhebt, usur-
Pirt civiliter den Besitz, und hebt so die Aequisitivverjährung
auf. Merkwürdig ist es, daß Savigny 3I) diesen Punkt
noch heutzutage wie schon oben bemerkt in den Quasieontraet
gründet.
6) Uebergang der nicht vererblichen Klagen auf die Erben
des ^Beklagten.
7) Der Beklagte kömmt bei dinglichen Klagen in malam
fidem; von der mora war schon oben die Rede, und mit
diesen Punkten hängt gleich zusammen, daß
a) in dinglichen Klagen die omnis causa prästirt werden
muß, wobei es denn sehr darauf ankömmt, ob dem Schuldi-
gen blos die allgemeine Verpflichtung der Haftung (von der
man wohl sagen könnte, sie komme ex quasicontractu) oder
die besondere Verpflichtung der Haftung trifft, weil die
Grundsätze schuldhafter Entschädigung eintreten.
b) in allen Klagen, wo eine aestimatio vorliegt, kom-
men Prozeßzinsen in Betracht. Solche gab es nämlich bei den
Römern, auch wenn keine stricti Piris obligatio und keine
mora in b. f. actionibus da war, doch schon des Prozesses
wegen bei der vindicatio und bered, petitio, z. B. der b.
kidei por muß Prozeßzinsen zahlen, wenn er die aestimatio zu
entrichten hat, selbst wenn die vindieirte Sache keine Früchte trug.

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