Full text: Volume (Bd. 6 (1848))

290 Zur Lehre von d. Wirkungen des Prozesses aus das materielle Recht.
großartigen und umfassenden Ausbildung Vieles ausgenommen,
so daß derjenige, welcher sein Recht von einem Anderen ablei-
tet, die Wirkungen der res judicata fühlen muß (1. 63. D. 42. I.)
— allein in den neueren Rechten, z. B. den französischen,
gibt es eine eigne Art von cessio necessaria (Subrogation),
wodurch sich das Gebiet der res judicata soweit ausdehnt,
daß derjenige, welcher aus dem fremden Rechte klagen könnte,
auch der res judicata, die sich auf den ursprünglich Berech-
tigten bezieht, unterworfen wird. Die einzelnen Fälle deö rö-
mischen Rechts, aber eben nur dieses alten Rechts, womit
unsrer Praxis nicht gedient ist; s. bei Savignp VI. S. 476.
sub I. — Drei Punkte sind übrigens noch besonders wichtig:
1) daß ein Grundstück oft gewissermaßen eine Rechtssubjeeti-
vität bildet und die Nichtberechtigten am Grundstück von ein-
ander abhängig sind, soferne der Gegenstand des Grundstücks
etwas Untheilbares enthält, wie bei den Prädialservituten.
2) Daß im Erbrechte diejenigen, welche eine successio sin-
gularis mortis causa haben, denjenigen anerkennen müsse»,
welcher als Universalsueeessor ein rechtskräftiges Urtheil für sich
hat. 3) Daß die actio praejudicialis de statu auch auf
dritte Bedeutung hat, wie schon oben bemerkt ist.
Nach diesen sehr feinen Verhältnissen bestimmt sich das
Wesen der res judicata.
Endlich hat sich im Geiste des eanonischen Rechtes, wel-
ches überall eine Nachweisung des materiellen Rechtes verlangt,
eine solche speeielle Betheiligung des Berechtigten und Ver-
pflichteten gezeigt, daß man diesen Standpunkt nicht blos
in der Richtung der Aetiv- und Passivlegitimation hervor-
gehoben hat, (Institute, die nicht dem römischen sondern
dem neueren Rechte entsprechen) sondern daß man auch eine
Menge Verhältnisse in Betracht gezogen hat, wodurch die An-
theilnahme eines Dritten am Prozesse bestimmt wird durch In-
terventionen, Adeitatt'onen, ferner durch litis Denuneiation, no-
minatio auctoris und Reafumtion. Natürlich geht dann auf
diese die res judicata.

§.

12.

Vom Beweise.

Hätte das eanonische Recht überall die Bedeutung

nicht,

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